Mittwoch, 08.02.2012

Gebäudereiniger- und Dachdeckermindestlohn wird angehoben

13.02.2010

Die rund 900.000 Gebäudereiniger und Dachdecker in Deutschland haben bald Anspruch auf einen höheren Mindestlohn. Laut Bundesarbeitsministerium einigte sich der von Arbeitgebern und Gewerkschaften gebildete Tarifausschuss auf höhere Sätze. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) erklärte, sie werde die entsprechende Rechtsverordnung "so rasch wie möglich" in Kraft setzen.

Die Gebäudereiniger sollen künftig für die Innenreinigung 8,40 Euro pro Stunde im Westen und 6,83 im Osten bekommen. Der Mindestlohn für Glas- und Fassadenreiniger soll 11,13 Euro im Westen und 8,66 im Osten betragen. Dachdecker sollen bundesweit mindestens 10,60 Euro bekommen. Alle Sätze sollen im Folgejahr jeweils zum 1. Januar weiter ansteigen.

In der Dachdeckerbranche war die Mindestlohnverordnung Ende Dezember ausgelaufen, in der Gebäudereinigungsbranche bereits Ende September. Hier hatten die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt und der Bundesinnungsverband für das Gebäudereiniger-Handwerk sich Ende Oktober auf die neuen Mindestlohnsätze geeinigt.

Die nun erfolgte Einigung des Tarifausschusses sei ein "gutes Signal, dass die Tarifautonomie sich auch in der Krise als Markenzeichen der deutschen Wirtschaft bewährt", erklärte von der Leyen. Arbeitgeber und Arbeitnehmer seien die besten Experten, wenn es darum gehe, einen "auskömmlichen" Lohn zu finden, ohne dass zugleich Arbeitsplätze zerstört würden.

Der DGB-Vorsitzende Michael Sommer begrüßte die Einigung. "Mit diesen Mindestlöhnen wird ein wichtiger tarifpolitischer Schritt umgesetzt, der fast eine Million Beschäftigte vor Lohndumping schützt", erklärte Sommer in Berlin.

© AFP - Agence France Presse

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