Mittwoch, 08.02.2012

Aigner fordert erneut einheitliche Beipackzettel für Banken

16.02.2010

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) hat die Banken erneut zu einer einheitlichen Information über Chancen und Risiken von Geldanlagen aufgefordert. "Transparente und verständliche Produktinformationen sind der richtige Weg, um verlorenes Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen", sagte Aigner der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Sie drohte den Instituten erneut mit einer gesetzlichen Regelung.

Aigner hatte angesichts der Finanzkrise bereits im Sommer zu einheitlichen Produktinformationsblättern der Banken aufgerufen. Im September stellte die ING-Diba ihren sogenannten Beipackzettel vor. In der vergangenen Woche folgte die Deutsche Bank. Laut "Tagesspiegel" wollen bis Sommer auch Postbank und Hypo-Vereinsbank einheitliche Info-Blätter für die Kunden auslegen.

Der Bankenverband - in dem die privaten Institute zusammengeschlossen sind - arbeite zusammen mit seinen Mitgliedern an einem inhaltlich einheitlichen Produktinformationsblatt, sagte ein Sprecher. Die Arbeiten daran seien "weit gediehen". Im März könne "ein abgestimmtes Endprodukt" vorliegen. Der Bankenverband werde das Gespräch auch mit den anderen Verbänden in Deutschland suchen, um die Verbraucherinformation sektorübergreifend einheitlich zu gestalten, sagte der Sprecher.

Die Sparkassen "können sich eine Vereinheitlichung vorstellen", sagte eine Sprecherin des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes. Dies beziehe sich aber nur auf die Institute der Sparkassen-Finanzgruppe. Die Volksbanken und Raiffeisenbanken bieten in ihrem genossenschaftlichen Finanzverbund laut einer Sprecherin Produktinformationen zu Anlageformen wie Investmentfonds, Wertpapieren oder Versicherungen bereits in standardisierter Form an. "Nach unserer Einschätzung werden die Informationsblätter der unterschiedlichen Anbieter die wesentlichen Merkmale eines Anlagesprodukts enthalten", sagte die Sprecherin.

Bankkunden müssten auf einen Blick die Chancen und Risiken einer Geldanlage erkennen und mit einem Alternativ-Produkt vergleichen können, forderte Aigner in der "NOZ". In Deutschland dürfe "kein Flickenteppich nicht vergleichbarer Informationsblätter entstehen". Sollten sich die Institute nicht auf freiwilliger Basis auf einen möglichst einheitlichen Beipackzettel einigen können, werde sie weiter an einer gesetzlichen Regelung festhalten.

Laut Aigner sind auf den Informationsblättern vor allem sachliche Angaben über die Risiken, die tatsächlichen Kosten und die Rendite einer Geldanlage erforderlich. "Wir brauchen keine blumigen Marketingtexte, sondern hieb- und stichfeste Fakten."

© AFP - Agence France Presse

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