Mittwoch, 08.02.2012

Paris und Berlin wollen offenbar Spekulanten bremsen

09.03.2010

Deutschland und Frankreich wollen offenbar Spekulationsgeschäfte gegen Staaten und große Unternehmen mit einer gemeinsamen Initiative eindämmen: Dazu solle der Handel mit bestimmten Wertpapieren beschränkt oder sogar komplett verboten werden, berichtet die "Süddeutsche Zeitung".

Regierungsvertreter in Berlin und Paris kündigten demnach an, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy einen Brief an EU-Kommissionschef José Manuel Barroso schreiben wollten, in dem dieser zum Handeln aufgefordert werde.

Ziel sei eine Richtlinie, die ungedeckte Leerverkäufe von Aktien untersagt, den Handel mit Kreditausfallversicherungen (CDS) eingrenzt und Finanzgeschäfte ohne Einschaltung einer Börse beschränkt. Der Aufbau eines Europäischen Währungsfonds nach dem Vorbild des IWF sei dagegen nicht Teil des Konzepts, da Merkel - anders als Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) - wenig von der Idee halte. Zu den Verfassern der Erklärung gehören laut "SZ" auch der Vorsitzende der Euro-Gruppe, Jean-Claude Juncker, und der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou.

Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" sind Merkel, Sarkozy, Juncker und Papandreou zur Not auch zu einem europäischen Alleingang bereit, sollten wichtige G-20-Partner wie die USA und China nicht mitziehen. "Wir können nicht immer warten, bis der Letzte an Bord ist", zitiert die Zeitung aus Verhandlungskreisen. Gänzlich verboten werden sollten die CDS allerdings nicht, da die Wirtschaft sie zur Absicherung benötige. Darauf hatten Vertreter des Bundesverbands der Deutschen Industrie gegenüber dem Kanzleramt hingewiesen.

© AFP - Agence France Presse

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