Mittwoch, 08.02.2012

Atomsteuer könnte Durchschnittsfamilie 60 Euro im Jahr kosten

11.06.2010

Die von der Regierung geplante Brennelementesteuer für Energiekonzerne könnte Experten zufolge eine vierköpfige Familie mit rund 60 Euro im Jahr für Strom belasten. Das berichtet die "Hamburger Morgenpost" (Freitagsausgabe) unter Berufung auf die Experten des Strompreis-Internetportals Verivox. Grundlage der Berechnung sind Äußerungen des Sprechers des Bundesfinanzministeriums, Michael Offer, wonach eine Strompreiserhöhung um 1,5 Cent je Kilowattstunde realistisch sei.

"Sollte diese Erhöhung tatsächlich kommen, bedeutet das für eine Durchschnittsfamilie mit 4000 Kilowattstunden Jahresverbrauch einen Preisanstieg um sechs bis sieben Prozent", sagte eine Sprecherin von Verivox. "Absolut sind das 60 Euro im Jahr."

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Bärbel Höhn, warf dem Bundesfinanzministerium in der "Hamburger Morgenpost" vor, es lade "die Konzerne geradezu ein, ihre Kunden durch Preiserhöhungen abzuzocken": "Nach den Gesetzen des Marktes dürfte der Strompreis durch die Brennelementesteuer nicht steigen. Die 1,5 Cent müssten voll zu Lasten der Gewinne der Atomkonzerne gehen."

Die Brennelementesteuer ist Teil des Sparprogramms der Bundesregierung. Mit ihr sollen ab 2011 rund 2,3 Milliarden Euro jährlich eingenommen werden. Allerdings wird es diese Besteuerung der Kernenergie nach den Worten von Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) nur bei einer Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken geben.

© AFP - Agence France Presse

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