Mittwoch, 08.02.2012

Spanien-Krise: Berlin und Brüssel sehen keinen Nothilfe-Bedarf

15.06.2010

Die Bundesregierung und die EU-Kommission haben Berichte über eine bevorstehende Nothilfe für Spanien zurückgewiesen. Es gebe kein Hilfeersuchen aus Madrid und es gebe auch keinerlei Plan, irgendeinem EU-Mitglied finanziell zu helfen, sagte Kommissionssprecher Amadeu Altafaj in Brüssel. Der Sprecher von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagte, die Voraussetzung für die "Mobilisierung" des Euro-Rettungsschirms seien Zahlungsschwierigkeiten eines Euro-Landes - und diese Voraussetzungen lägen derzeit "erkennbar" nicht vor.

Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" hatte zuvor berichtet, EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, seien besorgt über die Schwierigkeiten spanischer Banken und plädierten für Hilfe der europäischen Partner.

Bereits am Freitag schrieb die "Financial Times Deutschland", die Euro-Staaten stellten sich auf eine Hilfe für Spanien ein. Sollten sich die Probleme im Bankensektor des Landes verschärfen, dann solle Madrid Kredite aus dem 750-Milliarden-Euro-Rettungsfonds von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds bekommen.

Spanien habe einen nationalen Bankenrettungsfonds, betonte Schäubles Sprecher. An diesen müssten notleidende Banken sich in einem ersten Schritt wenden. Laut "FAZ" schätzt die spanische Notenbank, dass die Banken und Sparkassen kritische Immobilienkredite in Höhe von insgesamt 166 Milliarden Euro in ihren Büchern haben. Davon sollen rund 43 Milliarden Euro abgeschrieben worden sein - blieben 123 Milliarden Euro. Der spanische Bankenrettungsfonds umfasst 99 Milliarden Euro. Mehrere Geldinstitute mussten bereits vom Staat gerettet werden oder sahen sich zu Fusionen gezwungen.

© AFP - Agence France Presse

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