Banken sollen die Prämien künftig nach Willen der EU nicht mehr in unbegrenzter Höhe auszahlen, sondern müssen sie an das Grundgehalt eines Finanzmanagers koppeln. Zudem dürfen künftig nur noch 30 Prozent der Boni in bar ausgezahlt werden, bei besonders hohen Bonuszahlungen sind es sogar nur 20 Prozent. Für Banken, die Staatshilfen in Anspruch genommen haben, sollen noch strengere Vorschriften gelten.
Rund zwei Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise will die EU damit die Bereitschaft mindern, mit exzessiven Risiken schnelle Gewinne zu machen. In der Finanzkrise erhielten Bankmanager trotz einbrechender Gewinne teilweise Millionenzahlungen. Die zuständige Parlaments-Berichterstatterin Arlene McCarthy sprach von einer neuen "Bonus-Kultur". Sie unterstrich: "In den vergangenen zwei Jahren haben die Banken bei Reformen versagt, nun machen wir ihren Job."
Zudem einigten sich die Mitgliedstaaten und das Europaparlament auf schärfere Kapitalregeln für Banken. Die Geldinstitute müssen ihre Risiken künftig besser mit Gegenwerten absichern.
Bereits im September hatten sich die 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G-20) bei ihrem Gipfel in den USA grundsätzlich auf Obergrenzen für Bonuszahlungen verständigt. Die Umsetzung kommt aber in unterschiedlichem Tempo voran.
Großbritannien und Frankreich kassierten eine Sondersteuer von 50 Prozent auf Banker-Boni - sie war allerdings einmalig. In den USA sind Boni-Einschnitte für Banken und andere Firmen angekündigt, die in der Finanzkrise staatliche Hilfen in Anspruch nehmen mussten. In Deutschland mussten Banken und Versicherer bis Mitte des Jahres strengere Regeln für Bonuszahlungen einführen und die Bezahlung stärker am langfristigen Erfolg ausrichten.
© AFP - Agence France Presse



