Mittwoch, 08.02.2012

Zentralbank lässt Leitzins für Euro-Zone bei 1,0 Prozent

05.08.2010

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Leitzins für die Euro-Zone auf seinem historischen Tief von 1,0 Prozent belassen. Der Zinssatz, zu dem sich die Kreditwirtschaft bei der Notenbank mit Geld versorgen kann, bleibe unverändert, sagte ein EZB-Sprecher in Frankfurt am Main. Der Großteil der Finanzexperten rechnet damit, dass die Währungshüter den Leitzins frühestens im kommenden Jahr wieder anheben.

Mit den niedrigen Zinsen will die EZB die Erholung der Wirtschaft unterstützen. EZB-Chef Jean-Claude Trichet will am Nachmittag während einer Pressekonferenz die Zinsentscheidung erläutern.

Verbraucher zahlen dagegen weiterhin durchschnittlich 11,2 Prozent Überziehungszinsen für Bankkonten. Diese seien damit  noch immer "auf hohem Niveau", erklärte der Chef der Frankfurter Finanzberatung FMH, Max Herbst. Die Banken gäben ihren "verbilligten Geldeinkauf wie gewohnt kaum weiter". Bei der Europäischen Zentralbank (EZB) können sich die Kreditinstitute seit Frühjahr vergangenen Jahres zum historisch niedrigen Zinssatz von 1,0 Prozent mit Geld versorgen. Der Zinssatz für Darlehen der Banken untereinander liegt ebenfalls knapp an dieser Schwelle, stieg laut FMH in den vergangenen Monaten aber um 0,2 Prozentpunkte.

Auch bei Verbraucherkrediten für Anschaffungen wie etwa Autos gebe es keinerlei Änderungen, erklärte Finanzexperte Herbst. Günstig sei die Lage dagegen für Bauherren, da die Zinsen für Baugeld weniger an den EZB-Leitzins und jene Raten gekoppelt seien, die Banken untereinander zahlten, sondern an die Entwicklung bei Bundesanleihen und Pfandbriefen. Im vergangenen Jahr seien die Zinsen für Baugeld von 4,1 Prozent auf 3,54 Prozent gesunken. Auch zuletzt habe es nur einen kaum spürbaren Anstieg um 0,03 Prozentpunkte gegeben, erklärte Herbst.

© AFP - Agence France Presse

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