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Thema: Abbruch 
ChrisDatum: 08.09.2004 11:24:07 


Hallo!

Fallbeispiel:
Kauf eines Grundstücks mit aufstehendem Gebäude, das objektiv sowohl technisch als auch wirtschaftlich verbraucht und wurde nach Inbesitznahme des Grundstücks durch ein Fachunternehmen sofort abgebrochen Kosten X €.
Anschließend Kauf von Silo’s (Betriebsvorrichtungen).
Nun hab ich gehört das die AK des Gebäudes gem. H 33a EStH den AK des Grundstücks zuzurechnen sind. (Ist auch soweit OK)
Allerdings wären die entstandenen Abbruchkosten den HK der Silo’s zuzurechnen. (Das ist aber doch falsch oder?)
Lt. H33a EStH:

In Fall der Nummer 3 gilt folgendes:
a)
War das Gebäude technisch oder wirtschaftlich nicht verbraucht, so gehören sein Buchwert und die Abbruchkosten, wenn der Abbruch des Gebäudes mit der Herstellung eines neuen Wirtschaftsguts in einem engen wirtschaftlichen Zusammenhang steht, zu den Herstellungskosten dieses Wirtschaftsguts, sonst zu den Anschaffungskosten des Grund und Bodens (U_;BFH vom 4.12.1984 - BStBl 1985 II S. 208). Müssen bei einem in Teilabbruchabsicht erworbenen Gebäude umfangreichere Teile als geplant abgerissen werden, gehören die Abbruchkosten und der Restwert des abgerissenen Gebäudes insoweit zu den Herstellungskosten des neuen Gebäudes, als sie auf Gebäudeteile entfallen, die bei Durchführung des im Erwerbszeitpunkt geplanten Umbaus ohnehin hätten entfernt werden sollen. Dieser Anteil ist ggf. im Wege der Schätzung zu ermitteln (U_;BFH vom 15.10.1996 - BStBl 1997 II S. 325).
b)
War das Gebäude im Zeitpunkt des Erwerbs objektiv wertlos, so entfällt der volle Anschaffungspreis auf den Grund und Boden (U_; BFH vom 15.2.1989 - BStBl II S. 604); für die Abbruchkosten gilt Buchstabe a entsprechend.

--- Da es ja, siehe a), verbraucht war, gehört es doch gerade nicht zu den HK des neuen WG’s sondern eigentlich auch zu den AK des Grundstücks.

Vielen Dank für eure Unterstützung!
Chris
UweDatum: 08.09.2004 14:08:13 


Hallo,
es ist offensichtlich, dass der Steuerpflichtige das Grundstück mit dem wertlosen Gebäude mit der Absicht erworben hat, dass aufstehende Gebäude abzureißen und Silos zu errichten.

Am liebsten verdeutliche ich die Problematik am Beispiel:
1) Kauf eines Grundstücks mit "wertvollem" Gebäude: 100, Buchwert Gebäude 20, Abbruchkosten nach Kauf 10 ... Somit ergeben sich für Anschaffung Grund und Boden 80
AK Gebäude: 20, HK neues Wirtschaftsgut 10 ... beides führt dann zu AK/HK von 30 für das neue Wirtschaftsgut zzgl. weitere HK des neuen Wirtschaftsgutes ...

2) Kauf eines Grundstücks mit wertlosem Gebäude: 100, Buchwert Gebäude 0, Abbruchkosten nach Kauf 10 ... Somit ergeben sich AK für Grund und Boden von 100. Die Abbruchkosten, die ja erst nach dem Kauf entstehen, werden dem neuen Wirtschaftsgut zugerechnet. Begründung: um die Silos in einen betriebsbereitem Zustand versetzen zu können, muss das alte Gebäude erst beseitigt werden. Würden keine Silos gebaut, sondern das Grundstück nach dem Abriß ungenutzt bleiben, werden die Abbruchkosten dem Grundstück zugerechnet ... d.h. es muss einen engen wirschaftlichen Zusammenhang zur Herstellung eines neuen Wirtschaftsgutes bestehen ...

Alle Klarheiten beseitigt?

Gruss
Uwe
ChrissibärchenDatum: 09.09.2004 10:48:00 


Hallo Uwe!

Von der Systematik ist das schon einleuchtend, nur, weil halt in a) die Rede ist wenn es "nicht" verbraucht ist AK des neuen WG’s, ansonsten (und es war ja verbraucht) Grund und Boden. So stehts ja halt im Gesetz

Danke

 
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