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Thema: Aberkennung der Unternehmereigenschaft - was tun ? 
svepeDatum: 15.03.2008 02:11:38 


Hallo allerseits,

kurz zur Vorgeschichte:

Ich beziehe ALG2. Ich habe im Mai 2007 ein Gewerbe angemeldet.

Ich habe im Laufe der letzten Monate diverse Gegenstände angeschafft wie Apple Computer, Displays, Software Lizenzen etc zum Zweck mit Animationen Geld zu verdienen.

Seitdem befasse ich mich intensiv mit den Programmen. Das FA hat auch dieVorsteuern ausgezahlt. Im Januar erhielt ich dann einen Anruf: Man setzte eine Umsatzsteuer Sonderprüfung an.

Guter Dinge reichte ich alle Unterlagen ein. Der Prüfer hat kurzerhand mehr als die hälfte der Rechnungen nicht anerkannt. Überwiegend mit der Begründung es seien keine Ordnungsgemässen Rechnungen vorhanden. Nach Rücksprache hat er mir erklärt das Online zugesandte Rechnungen nicht akzeptiert würden. Ich solle mir Originale besorgen und könne diese dann in dem laufenden Monat erneut einpflegen. Gesagt getan. Alle Rechnungen im original besorgt und jetzt im Februar erneut mit eingereicht.

Nun rief mich heute der Prüfer erneut an. Er dreht mir quasi das Wort im mund um und behauptet er habe mich ausgiebigst beraten. Nunmehr sagte er mir das ich all seine Erläuterungen mißachtet habe und er stinksauer auf mich sei.
Er fügte weiter hinzu, das ich ja keinerlei einkünfte bislang habe und er sehe keine Unternehmereigenschaft bei mir. Er werde nun bis Dienstag prüfen, ob er mir die Unternehmereigenschaft aberkennt.

Ich habe den Eindruck, das dies gemacht wird, damit ich die Vorsteuern zurückerstatten muß. Dazu bin ich jedoch garnicht in der Lage, da die ausgezahlten Gelder weiterinvestiert wurden.

Was kann ich nun tun, damit er mir die Unternehmereigenschaft nicht aberkennen kann, auch nicht rückwirkend ? Bin momentan ziemlich verzweifelt.

Wer kann mir helfen ? was kann bzw muß ich jetzt tun ?
PrabhaDatum: 15.03.2008 02:51:37 


Wie hast du dich auf die Selbstständigkeit vorbereitet?
Gibt es einen "Businessplan", der zeigt, dass für deine Unternehmensidee am Anfang keine Einnahmen (aber Kosten) zu erwarten sind, dass aber langfristig sehr wohl mit Gewinnen zu rechnen ist?

Kann es sein, dass der Prüfer aus den Umständen schließt, dass du das Gewerbe nur angemeldet hast, um die Vorsteuer geltend machen zu können, aber es nicht wirklich Anstrengungen gibt, Einnahmen zu erzielen? (Von Mai 2007 bis heute keinerlei Einnahmen zu haben ist sehr ungewöhnlich - auch für Existenzgründer und auch, wenn sich erst mit der Software befasst werden muss!)
MrTaxDatum: 15.03.2008 08:35:34 


Jetzt tu mal ein bisschen Butter bei die Fische.
Welches Unternehmen hast Du angemeldet ?
Ich kann mir unter Deiner Bemerkung "zum Zweck mit Animationen Geld zu verdienen" nix vorstellen.
Hast Du bisher irgendetwas unternommen um Einnahmen zu erzielen (z.B. Kundengespräche, Werbeflyer, Zeitungsannouncen)
Gibt es eine Internetseite, wo Du Dein Unternehmen präsentierst ?
Hast Du einen Briefkopf, den Du für geschäftliche Post gebrauchst ?
Hat das FA Dir einen Fragebogen zur Gewerbeanmeldung zugeschickt ? Falls ja, was hast Du für einen voraussichtlichen Umsatz im Gründungsjahr angegeben ?

Alleine die Anschaffung eines Computers und die Bemrkung "Ich muss mich erstmal in die Programme einarbeiten" reicht nicht aus um ein Unternehmen zu gründen. Da ist weit mehr erforderlich.
Wie ist die zukünftige Planung Deines Unternehmens ? Wann kommen die ersten Umsätze ?

Die Absicht Einnahmen zu erzielen ist eigentlich sehr einfach (Im Gegensatz zur Gewinnerzielungsabsicht). Also wenn Du ernsthaft die Absicht hast (hattest) Einnahmen zu erzielen, dann lässt sich das auch belegen.

Gruß,
MrTax
oerdizDatum: 15.03.2008 15:20:00 


Das Umsatzsteuersystem ist nicht dazu gedacht, dass man sich die Vorsteuer aus seinen privat angeschafften Computern und zugehöriger Software vom Finanzamt erstatten lässt.

Bis heute keinerlei Einnahmen, das hört sich doch recht seltsam an. Da wird es nicht lange dauern, bis der Bescheid über Umsatzsteuer vom Finanzamt kommt, wo die bereits erstatteten Vorsteuern zurückgefordert werden.
SmoneDatum: 15.03.2008 18:52:15 


Naja, ich denke auch, wenn man über ein Jahr keine Einnahmen hat, aber sehr hohe Ausgaben ist das vielleicht noch normal als Firmengründung zu sehen.

Allerdings ist dann auch der Nachweis über eine Gewinnerzielungsabsicht wohl nicht so schwer zu finden. Bei einem Computer und ner Software sehe ich da allerdings ein bisschen schwarz...

greetz
smone

 
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