Dienstag, 21.11.2017
Forum (Archiv)


Zum aktuellen Forum

0-9   A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   X   Y   Z

 Autor
Thema: ab 2007 .. Abgeltungssteuer auf Speku 
ExBerlinerDatum: 06.07.2006 23:42:55 


Zunächst mal ein Artikel:

"Die Spitzen von Union und SPD haben sich am Wochenende im Rahmen der Diskussion um die Unternehmenssteuerreform auch auf die Einführung einer Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge geeinigt. Die Abgeltungssteuer würde den gleichen Steuersatz auf Zins- und Dividendenerträge sowie Veräußerungsgewinne anwenden, zum Beispiel 25 Prozent.

Banken würden bei der Veräußerung von Wertpapieren prüfen, ob ein Gewinn angefallen ist, und die anfallende Steuer direkt an das Finanzamt abführen. Damit wäre die Steuerschuld des Anlegers abgedeckt, eine nachträgliche Feststellung der persönlichen Steuerschuld mit Verrechnung der gezahlten Steuer in der Steuererklärung wie bei einem Quellensteuerkonzept würde wegfallen. Dafür geopfert werden muss allerdings die Verrechnung von Spekulationsverlusten, was in der Vergangenheit von den Gegnern der Abgeltungssteuer immer wieder kritisiert wurde. Steuerexperten gehen davon aus, dass mit der neuen Steuer wesentlich mehr Geld aus Kapitalerträgen als bisher in die Staatskasse fließt.

Das Kabinett will die Eckpunkte, deren Einzelheiten noch nicht bekannt sind, bereits am 12. Juli beschließen.
"

Verstehe ich das richtig, dass Gewinne aus der Veräusserung von Wertpapieren versteuert werden und Verluste nicht dagegengerechnet werden können ? Kann ja wohl nicht sein, oder ?

Gruss ExBerliner
zaunkoenigDatum: 07.07.2006 08:01:15 


Hallo,

die Info zur Einführung einer allgemeinen Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge ist im Grundsatz richtig. Für 2008 sollen es 30 Prozent sein, ab 2009 dann 25 Prozent.

Wegfallen würden damit sämtliche bisher geltenden steuerlichen Regelungen in Bezug auf die verschiedenen Kapitalerträge. Wahrscheinlich auch das Halbeinkünfteverfahren.

Verfassungsrechtlich könnte eine solche pauschale Steuer durchaus Bestand haben. In der Schweiz (35 Prozent) und Österreich (25 Prozent) gibt es diese pauschale Besteuerung der Kapitaleinkünfte schon lange. Das also nicht mehr abgestellt wird auf den persönlichen Steuertarif und lediglich eine pauschale, einheitliche Besteuerung der Kapitaleinkünfte vorgenommen wird, dürfte nicht gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz des Grundgesetzes verstoßen. Denn in der Tat würde jeder Steuerpflichtige einheitlich behandelt werden.

Bisher hat man sich jedoch erst auf Eckpunkte geeinigt. Die Sitzung hat am 30.06.2006 im dt. Bundestag stattgefunden und lief im Rahmen der Haushaltsberatungen für 2007. Die Presse hat dann einheitlich die Informationen über das Wochenende bekommen und ab dem 03.07.2006 berichtet.

So ist bisher noch nicht klar, ob auch die Dividendenbesteuerung unter die neue Regelung fallen soll. Dies hielte ich persönlich wieder für problematisch, da es dann an einheitlichen Regelungen fehlen würde, was zu rechtlichen Problemen führen würde. Aber das ist noch Spekulation.

Und da sind wir auch bei den Spekulationsgewinnen bzw. -verlusten.

Das gegebenenfalls im Rahmen der pauschalen Abgeltung Verluste aus Kapitalvermögen untergehen, liegt ja im Interesse der Steuergesetzgebung. Nicht umsonst wurden in der Vergangenheit die Möglichkeiten des Verlustabzuges deutlich eingeschränkt. Zuletzt durch die Abzugseinschränkung sogenannter Verlustmodelle wie Filmbeteiligungen, Schiffsbeteiligungen etc. etc.

Spekulationsgewinne/-verluste qua steuergesetzlicher Definition sind jedoch sonstige Einkünfte. Und diese fallen nicht unter die Kapitaleinkünfte nach § 20 EStG sondern sind in § 22 EStG eigenständig definiert.
Um nun zu erreichen, dass Spekulationsverluste steuerlich untergehen müsste eine Umqualifizierung in den Einkunftsarten erfolgen.
Eine pauschale Steuer auf Spekulationsgewinne wäre ja durchaus denkbar. In Anbetracht der gesetzlichen Regelungsversuche des Ausschlusses von Verlusten (speziell Spekulationsverlusten) und dem regelmäßigen Scheitern vor den Gerichtsbarkeiten des BFH, BVG bzw. EuGH, halte ich es schon fast für ausgeschlossen, dass Verluste einer Einkunftsart nicht mehr mit Gewinnen der selben Einkunftsart verrechnet werden dürfen.
Dies hätte zur Folge dass die komplette Verlustanerkennung auf dem Prüfstand der Gerichtsbarkeit stehen würde.

Aber bevor wir uns hier darüber den Kopf zerbrechen, warten wir doch ab, was die Bundesregierung diesbezüglich tatsächlich beschließen möchte. Allgemeine Zustimmung in der Wirtschaft ist jedoch vorhanden.

marvinnDatum: 07.07.2006 09:11:29 


Das Grauen geht weiter....

Es lebe das Chaos...

Nee, wat schön...

Grüße

Marvin

 
Impressum AGB Kontakt Mediadaten Datenschutz
Seitenanfang