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Thema: ab welchem Betrag dem Finanzamt melden? 
Maik43Datum: 28.12.2006 18:56:14 


Guten Tag

Eine Freundin von mir hat eine Private Homepage, wo sie seit ein paar Monaten einen Banner von einem Partnerprogramm eingebaut hat.
Wie ich mir es angeschaut habe, kommen da 50-80 Euro im Monat an Provisionen rein.

Sie ist verheiratet, keine Kinder und Hausfrau.
Also kein eigenes Einkommen.

Meine Frage wäre jetzt, ab welchen Betrag muss man diese Einahmen dem Finanzamt melden und versteuern?

2006 --> Einnahme 280 Euro
2007 --> ca. 800 Euro
Provision wird ohne Mehrwertsteuer ausgezahlt da sie ja kein Gewerbe angemeldet hat.

Gruss
Maik


oerdizDatum: 28.12.2006 20:28:35 


Einkünfte (Einnahmen ./. Ausgaben) sind in diesem Fall hier ab dem 1. EUR zu versteuern. Hier kann u. U. der sog. Härteausgleich im Sinne § 46 EStG greifen. Das wollen wir aber nicht vertiefen.

Dem Grunde nach wäre hier ein Gewerbe anzumelden, auch wenn die Einkünfte gering sind.

Zumindest aber sind die Einkünfte in der Steuererklärung, Anlage GSE einzutragen und zwar als Einkünfte aus Gewerbebetrieb.
stifi82Datum: 29.12.2006 08:29:05 


Diese Einkünfte sind zu versteuern nach §22 (1) Nr. 3 EStG. Hier gibt es eine Freigrenze von 256 Euro, bei der diese Einkünfte unversteuert bleiben. Diese Freigrenze ist immer überschritten und dann kommt wie von @oerdiz beschrieben §46EStG evtl. zum Zuge.

Da dies Einkünfte nach §22EStG darstellen, sind diese dann auch nicht in Anlage GSE sondern in Anlage SO einzutragen. Bezüglich der Umsatzsteuer sind Sie Unternehmer, ob Sie ein Gewerbe angemeldet haben oder nicht. Also muss grundsätzlich von den Bruttoprovisionen die USt herausgerechnet werden und dem FA erklärt und gezahlt werden, sofern die Provisionen steuerbar sind, was hier nicht abschließend beurteilt werden kann.

Grüsse Steve
triple_xDatum: 29.12.2006 09:43:40 


Guten Morgen!
@Steve: Ohne Ihnen nahe treten zu wollen, aber was verbreiten Sie hier für Informationen?
Es handelt sich, wie oerdiz schon geschrieben hat, um ein Gewerbe. Ich empfehle mal die Lektüre von § 15 EStG.
Demzufolge ist ein Überschuss/Verlust auch auf der Anlage GSE einzutragen.
Bezüglich der Umsatzsteuer greift, da der Umsatz unter dem Betrag von € 17.500 ist, die sog. Kleinunternehmerregelung, falls vom Unternehmer nicht ausdrücklich darauf verzichtet wurde.
Demzufolge unterliegen die Leistungen, die von der Dame erbracht werden, nicht der Umsatzsteuer. Es ist daher Keine UsT herauszurechnen, und sie erhält auch keinen Vorsteuerabzug.
Viele Grüße
stifi82Datum: 29.12.2006 10:29:18 


Hallo,

dass hier die Kleinunternehmerregelung greift das stimmt. Aber ohne ein Argument für §15 beleibe ich eigentlich schon der Ansicht das dies hier EK nach §22 darstellen.

H 22.6 Besteuerung von Leistungen i. S. d. § 22 Nr. 3 EStG

Allgemeines

Leistung i. S. d. § 22 Nr. 3 EStG ist jedes Tun, Dulden oder Unterlassen, das Gegenstand eines entgeltlichen Vertrags sein kann und das eine Gegenleistung auslöst (→BFH vom 21.9.2004 - BStBl 2005 II S. 44), sofern es sich nicht um Veräußerungsvorgänge oder veräußerungsähnliche Vorgänge im privaten Bereich handelt, bei denen ein Entgelt dafür erbracht wird, dass ein Vermögenswert in seiner Substanz endgültig aufgegeben wird (→BFH vom 28.11.1984 - BStBl 1985 II S. 264 und vom 10.9.2003 - BStBl 2004 II S. 218).

Grüsse Steve

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