Mittwoch, 18.10.2017

Einkommensteuergesetz (EStG)

§ 13 a: Ermittlung des Gewinns aus Land- und Forstwirtschaft nach Durchschnittssätzen

Absatz (1)

[1] Der Gewinn ist für einen Betrieb der Land- und Forstwirtschaft nach den Absätzen 3 bis 6 zu ermitteln, wenn

  • 1.

    der Steuerpflichtige nicht auf Grund gesetzlicher Vorschriften verpflichtet ist, Bücher zu führen und regelmäßig Abschlüsse zu machen, und

  • 2.

    die selbstbewirtschaftete Fläche der landwirtschaftlichen Nutzung (§ 34 Absatz 2 Nummer 1 Buchstabe a ) ohne Sonderkulturen (§ 52 ) nicht 20 ha überschreitet und

  • 3.

    die Tierbestände insgesamt 50 Vieheinheiten (Anlage 1 zum ) nicht übersteigen und

  • 4.

    der Wert der selbst bewirtschafteten Sondernutzungen nach Absatz 5 nicht mehr als 2 000 DM je Sondernutzung beträgt.

[2] Der Gewinn ist letztmalig für das Wirtschaftsjahr nach Durchschnittssätzen zu ermitteln, das nach Bekanntgabe der Mitteilung endet, durch die die Finanzbehörde auf den Beginn der Buchführungspflicht (§ 141 Absatz 2 ) oder den Wegfall einer anderen Voraussetzung des Satzes 1 hingewiesen hat.

Absatz (2)

[1] Auf Antrag des Steuerpflichtigen ist für einen Betrieb im Sinne des Absatzes 1 der Gewinn für 4 aufeinander folgende Wirtschaftsjahre nicht nach den Absätzen 3 bis 6 zu ermitteln. [2] Wird der Gewinn eines dieser Wirtschaftsjahre durch den Steuerpflichtigen nicht durch Betriebsvermögensvergleich oder durch Vergleich der Betriebseinnahmen mit den Betriebsausgaben ermittelt, ist der Gewinn für den gesamten Zeitraum von 4 Wirtschaftsjahren nach den Absätzen 3 bis 6 zu ermitteln. [3] Der Antrag ist bis zur Abgabe der Steuererklärung, jedoch spätestens 12 Monate nach Ablauf des 1. Wirtschaftsjahres, auf das er sich bezieht, schriftlich zu stellen. [4] Er kann innerhalb dieser Frist zurückgenommen werden.

Absatz (3)

[1] Durchschnittssatzgewinn ist die Summe aus

  • 1.

    dem Grundbetrag (Absatz 4),

  • 2.

    den Zuschlägen für Sondernutzungen (Absatz 5),

  • 3.

    den nach Absatz 6 gesondert zu ermittelnden Gewinnen,

  • 4.

    den vereinnahmten Miet- und Pachtzinsen,

  • 5.

    den vereinnahmten Kapitalerträgen, die sich aus Kapitalanlagen von Veräußerungserlösen im Sinne des Absatzes 6 Satz 1 Nummer 2 ergeben.

[2] Abzusetzen sind verausgabte Pachtzinsen und diejenigen Schuldzinsen und dauernden Lasten, die Betriebsausgaben sind. [3] Die abzusetzenden Beträge dürfen insgesamt nicht zu einem Verlust führen.

Absatz (4)

[1] Die Höhe des Grundbetrags richtet sich bei der landwirtschaftlichen Nutzung ohne Sonderkulturen nach dem Hektarwert (§ 40 Absatz 1 Satz 3 ) der selbstbewirtschafteten Fläche. [2] Je Hektar der landwirtschaftlichen Nutzung sind anzusetzen

  • 1.

    bei einem Hektarwert bis 300 DM 205 EUR,

  • 2.

    bei einem Hektarwert über 300 DM bis 500 DM 307 EUR,

  • 3.

    bei einem Hektarwert über 500 DM bis 1 000 DM 358 EUR,

  • 4.

    bei einem Hektarwert über 1 000 DM bis 1 500 DM 410 EUR,

  • 5.

    bei einem Hektarwert über 1 500 DM bis 2 000 DM 461 EUR,

  • 6.

    bei einem Hektarwert über 2 000 DM 512 EUR.

Absatz (5)

[1] Als Sondernutzungen gelten die in § 34 Absatz 2 Nummer 1 Buchstabe b bis e genannten Nutzungen, die in § 34 Absatz 2 Nummer 2 genannten Wirtschaftsgüter, die Nebenbetriebe (§ 34 Absatz 2 Nummer 3 ) und die Sonderkulturen (§ 52 ). [2] Die Werte der Sondernutzungen sind aus den jeweils zuletzt festgestellten Einheitswerten oder den nach § 125 ermittelten Ersatzwirtschaftswerten abzuleiten. [3] Bei Sondernutzungen, deren Werte jeweils 500 DM übersteigen, ist für jede Sondernutzung ein Zuschlag von 512 EUR zu machen. [4] Satz 3 ist bei der forstwirtschaftlichen Nutzung nicht anzuwenden.

Absatz (6)

[1] In den Durchschnittssatzgewinn sind über die nach den Absätzen 4 und 5 zu ermittelnden Beträge hinaus auch Gewinne, soweit sie insgesamt 1 534 EUR übersteigen, einzubeziehen aus

  • 1.

    der forstwirtschaftlichen Nutzung,

  • 2.

    der Veräußerung oder Entnahme von Grund und Boden und Gebäuden sowie der im Zusammenhang mit einer Betriebsumstellung stehenden Veräußerung oder Entnahme von Wirtschaftsgütern des übrigen Anlagevermögens,

  • 3.

    Dienstleistungen und vergleichbaren Tätigkeiten, sofern diese dem Bereich der Land- und Forstwirtschaft zugerechnet und nicht für andere Betriebe der Land- und Forstwirtschaft erbracht werden,

  • 4.

    der Auflösung von Rücklagen nach § 6 c und von Rücklagen für Ersatzbeschaffung.

[2] Bei der Ermittlung der Gewinne nach Satz 1 Nummer 1 und 2 ist § 4 Absatz 3 entsprechend anzuwenden. [3] Der Gewinn aus den in Nummer 3 genannten Tätigkeiten beträgt 35 % der Einnahmen.

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