Dienstag, 21.11.2017

Umsatzsteuergesetz (UStG)

§ 25 b: Innergemeinschaftliche Dreiecksgeschäfte

Absatz (1)

[1] Ein innergemeinschaftliches Dreiecksgeschäft liegt vor, wenn

  • 1.

    3 Unternehmer über denselben Gegenstand Umsatzgeschäfte abschließen und dieser Gegenstand unmittelbar vom 1. Lieferer an den letzten Abnehmer gelangt,

  • 2.

    die Unternehmer in jeweils verschiedenen Mitgliedstaaten für Zwecke der Umsatzsteuer erfasst sind,

  • 3.

    der Gegenstand der Lieferungen aus dem Gebiet eines Mitgliedstaates in das Gebiet eines anderen Mitgliedstaates gelangt und

  • 4.

    der Gegenstand der Lieferungen durch den 1. Lieferer oder den 1. Abnehmer befördert oder versendet wird.

[2] Satz 1 gilt entsprechend, wenn der letzte Abnehmer eine juristische Person ist, die nicht Unternehmer ist oder den Gegenstand nicht für ihr Unternehmen erwirbt und die in dem Mitgliedstaat für Zwecke der Umsatzsteuer erfasst ist, in dem sich der Gegenstand am Ende der Beförderung oder Versendung befindet.

Absatz (2)

Im Fall des Absatzes 1 wird die Steuer für die Lieferung an den letzten Abnehmer von diesem geschuldet, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • 1.

    Der Lieferung ist ein innergemeinschaftlicher Erwerb vorausgegangen,

  • 2.

    [1] der 1. Abnehmer ist in dem Mitgliedstaat, in dem die Beförderung oder Versendung endet, nicht ansässig. [2] Er verwendet gegenüber dem 1. Lieferer und dem letzten Abnehmer dieselbe Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, die ihm von einem anderen Mitgliedstaat erteilt worden ist als dem, in dem die Beförderung oder Versendung beginnt oder endet.

  • 3.

    der 1. Abnehmer erteilt dem letzten Abnehmer eine Rechnung im Sinne des § 14 a Abs. 7, in der die Steuer nicht gesondert ausgewiesen ist, und

  • 4.

    der letzte Abnehmer verwendet eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Mitgliedstaates, in dem die Beförderung oder Versendung endet.

Absatz (3)

Im Fall des Absatzes 2 gilt der innergemeinschaftliche Erwerb des 1. Abnehmers als besteuert.

Absatz (4)

Für die Berechnung der nach Absatz 2 geschuldeten Steuer gilt die Gegenleistung als Entgelt.

Absatz (5)

Der letzte Abnehmer ist unter den übrigen Voraussetzungen des § 15 berechtigt, die nach Absatz 2 geschuldete Steuer als Vorsteuer abzuziehen.

Absatz (6)

[1] § 22 gilt mit der Maßgabe, dass aus den Aufzeichnungen zu ersehen sein müssen

  • 1.

    beim 1. Abnehmer, der eine inländische Umsatzsteuer-Identifikationsnummer verwendet, das vereinbarte Entgelt für die Lieferung im Sinne des Absatzes 2 sowie der Name und die Anschrift des letzten Abnehmers;

  • 2.

    beim letzten Abnehmer, der eine inländische Umsatzsteuer-Identifikationsnummer verwendet:

    • a)

      die Bemessungsgrundlage der an ihn ausgeführten Lieferung im Sinne des Absatzes 2 sowie die hierauf entfallenden Steuerbeträge,

    • b)

      der Name und die Anschrift des 1. Abnehmers.

[2] Beim 1. Abnehmer, der eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer eines anderen Mitgliedstaates verwendet, entfallen die Aufzeichnungspflichten nach § 22, wenn die Beförderung oder Versendung im Inland endet.

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