Dienstag, 21.11.2017

Was sonst noch bei Arbeitsmitteln steuerlich abziehbar ist

Reparaturkosten sind stets in voller Höhe als Werbungskosten abzugsfähig. Auch die Fahrtkosten für das Hinbringen zur Reparatur und Abholen sind absetzbar (BFH-Urteil vom 21.7.1989, VI R 102/88, BStBl. 1989 II S. 972 unter 1). Anerkannt werden auch alle Kosten, die für Wartung und Pflege des Arbeitsmittels anfallen, beispielsweise für Reinigung von Berufskleidung, für das Stimmen des Klaviers, für Inspektionen des Autos usw.

Bei Diebstahl oder Zerstörung des Arbeitsmittels machen Sie den entstandenen Schaden als Absetzung für außergewöhnliche technische Abnutzung (AfaA) geltend (BFH-Urteil vom 29.4.1983, VI R 139/80, BStBl. 1983 II S. 586). Diese AfaA ist der Unterschiedsbetrag zwischen dem noch nicht abgeschriebenen Teil der Anschaffungskosten vor dem Schaden und dem Zeitwert des Arbeitsmittels nach dem Schaden. Bei Diebstahl beträgt der Zeitwert 0,00 €, bei Zerstörung ist er der Schrotterlös.

Haben Sie für den Kauf des Arbeitsmittels einen Kredit aufgenommen, dürfen Sie zusätzlich noch die Schuldzinsen abziehen, und zwar stets in dem Jahr, in dem sie gezahlt wurden (BFH-Urteil vom 21.10.1988, VI R 18/86, BStBl. 1989 II S. 356).

Sollten Sie ein Arbeitsmittel geleast haben, sind im Allgemeinen die Leasingraten als Werbungskosten abziehbar. Eine evtl. Mietsonderzahlung zu Beginn des Leasingvertrages ist in voller Höhe abzugsfähig.

Für Arbeitsmittel gibt es eine sog. Nichtbeanstandungsgrenze von 110,00 € (Arbeitsmittelpauschale). Bis zu diesem Betrag verzichtet das Finanzamt oft auf die Vorlage von Belegen (Verfügung der OFD Karlsruhe vom 11.2.2003, DStR 2003 S. 371). Geben Sie aber in Ihrer Steuererklärung immer auch die Art des Arbeitsmittels an, etwa: Für Schreibwaren und Bürobedarf... 110,00 € (sofern für Ihre Berufstätigkeit Schreibwaren benötigt werden).

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