Freitag, 19.09.2014

Fahrtkosten

Im Rahmen einer Auswärtstätigkeit können Sie folgende Fahrten steuerlich absetzen:

  • Fahrt zwischen Ihrer Wohnung oder regelmäßigen Arbeitsstätte und dem Zielort der Auswärtstätigkeit (Tätigkeitsstätte/Einsatzstelle oder Unterkunft).
  • Fahrten von einer auswärtigen Tätigkeitsstätte zur anderen sowie zwischen Tätigkeitsstätte und Unterkunft (H 9.5 Allgemeines LStH 2008).
  • Fahrt während der Auswärtstätigkeit zu einer Gaststätte zwecks Einnahme einer Mittagsmahlzeit (FG Baden-Württemberg vom 8.4.1992, 2 K 176/88, EFG 1992 S. 444).
  • Sämtliche Zwischenheimfahrten während einer längeren Auswärtstätigkeit (BFH-Urteil vom 15.11.1991, VI R 144/89, BStBl. 1992 II S. 266; BFH-Urteil vom 24.4.1992, VI R 105/89, BStBl. 1992 II S. 664).
  • Fahrten zu einem gleichbleibenden Treffpunkt (zum Beispiel ein öffentlicher Parkplatz), um von dort zur Einsatzstelle zu fahren.
  • Fahrten zum Ort der Fahrzeugübernahme bei einer Fahrtätigkeit, wenn der Ort keine regelmäßige Arbeitsstätte ist. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Sie das Fahrzeug bei einem Kunden oder auf freier Strecke übernehmen.
    Dagegen sind die Fahrten zwischen Ihrer Wohnung und der betrieblichen Einrichtung (Betrieb, Standort, Fahrzeugdepot), an der Sie das Fahrzeug übernehmen, meist nur mit der Entfernungspauschale abzugsfähig. Grund: Die betriebliche Einrichtung zählt als regelmäßige Arbeitsstätte. Das gilt beispielsweise für einen Linienbusfahrer, der an sechs feststehenden Busdepots seinen Bus für die anschließende Fahrtätigkeit übernimmt (BFH-Urteil vom 11.5.2005, VI R 15/04, BStBl. 2005 II S. 788).

Reisen Sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln, beispielsweise mit Bahn, Straßenbahn, Bus, Flugzeug, Schiff oder Taxi, können Sie Ihre Auslagen in voller Höhe als Werbungskosten absetzen (R 9.5 Abs. 1 Satz 2 LStR 2008).

Erwerben Sie eine BahnCard 25, 50 oder 100 der Deutschen Bahn, können Sie den Kaufpreis mit dem beruflichen Anteil als Werbungskosten geltend machen. Dazu müssen Sie Ihre Gesamtfahrten aufteilen in privat bzw. zur regelmäßigen Arbeitsstätte unternommene Fahrten und Fahrten bei beruflicher Auswärtstätigkeit.

Führen Sie Fahrten bei Auswärtstätigkeit mit Ihrem eigenen Fahrzeug durch, können Sie Ihren tatsächlichen Kilometer-Kostensatz ansetzen. Wollen Sie die Kosten Ihres Autos nicht im Einzelnen nachweisen, können Sie alternativ Ihre Fahrtkosten mit der Reisekostenpauschale (früher Dienstreise- oder Kilometerpauschale genannt) abrechnen, und zwar für jeden gefahrenen Kilometer (R 9.5 Abs. 1 Satz 5 LStR 2008). Das gilt bei längeren Dienstreisen ab dem vierten Monat auch rückwirkend bis 2007.

Handelt es sich um Dienstreisen mit einem Firmen- bzw. Dienstwagen, können Sie keine Reisekostenpauschale geltend machen, weil für diese Fahrten kein Nutzungswert versteuert wurde und Ihnen auch keine Kosten entstanden sind.

Reisekostenpauschalen (H 9.5 Pauschale Kilometersätze LStH 2008)

Bei Benutzung eines

Pauschale pro Kilometer

• Pkw

€ 0,30

• Motorrad/Motorroller (über 50ccm)

€ 0,13

• Moped/Mofa (unter 50ccm)

€ 0,08

• Fahrrad

€ 0,05

Auch bei Fahrten im Ausland mit Ihrem Pkw können Sie die Pauschale oder den tatsächlichen Kilometer-Kostensatz ansetzen.

Nehmen Sie bei einer Auswärtstätigkeit aus beruflichen Gründen noch andere Personen mit, vor allem Berufskollegen, können Sie zusätzlich zur Reisekostenpauschale eine sog. Mitnahmepauschale geltend machen: € 0,02 pro Person und Kilometer bei Mitnahme im eigenen Pkw. Bei Mitnahme auf dem Motorrad oder Motorroller sind es € 0,01 pro Kilometer zusätzlich. Bei Ansatz des tatsächlichen km-Kostensatzes gibt es die Mitnahmepauschale aber nicht. Fahren Sie jedoch mit einem Arbeitskollegen in dessen Auto mit, hatten Sie keine eigenen Kosten und können daher die Pauschale nicht geltend machen.

Die frühere Begrenzung des Fahrtkostenabzuges auf die Entfernungspauschale bei einer Entfernung zur Einsatzstelle bis 30 km wurde rückwirkend vom Bundesfinanzhof auch für Jahre bis 2007 für unwirksam erklärt (BFH-Urteil vom 18.12.2008, VI R 39/07, BFH/NV 2009 S. 647).

Mit der Reisekostenpauschale sind alle »gewöhnlichen«, das heißt alle laufenden und typischen Fahrzeugkosten abgegolten: Abschreibung, Benzin, Inspektion, Kfz-Steuer, Kreditzinsen sowie Werkstattreparaturen infolge normalen Verschleißes. Zusätzlich abziehbar sind aber »außergewöhnliche« Autokosten wie Unfallkosten, Beschädigungen, Diebstahl und nicht auf einem normalen Verschleiß beruhende Reparaturen.

Beträgt Ihre Gesamtfahrleistung im Jahr mehr als 40000 km, prüfen die Finanzämter eine »offensichtlich unzutreffende Besteuerung« (H 9.5 Pauschale Kilometersätze LStH 2008). Diese ist anzunehmen, falls die Abrechnung mit der Reisekostenpauschale die anhand von Tabellen überschlägig ermittelten tatsächlichen Kfz-Kosten um mehr als rund € 1.500,00 im Jahr übersteigt (BFH-Urteil vom 26.7.1991, VI R 114/88, BStBl. 1992 II S. 105). In diesem Fall müssen Sie mit einer Kürzung der Pauschale rechnen.

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