Donnerstag, 23.11.2017

Versicherungsbeiträge

Werden mit Ihrer Versicherung ausschließlich oder ganz überwiegend berufliche Risiken abgedeckt, sind Ihre Versicherungsbeiträge in vollem Umfang als Werbungskosten abzugsfähig. Das gilt beispielsweise für eine Versicherung gegen Diebstahl und Beschädigung von Arbeitsmitteln (z.B. Musikinstrumenteversicherung bei Berufsmusikern) oder eine Berufshaftpflichtversicherung (z.B. für beratende Berufe) bzw. eine reine Diensthaftpflichtversicherung (z.B. bei leitenden Angestellten, Ärzten, Vollziehungsbeamten, Bürgermeistern). Hat Ihr Arbeitgeber für Sie eine Unfallversicherung abgeschlossen und die Beiträge gezahlt, können Sie diese als Werbungskosten absetzen, sofern sie steuerpflichtiger Arbeitslohn sind.

Viele Versicherungen decken sowohl private als auch berufliche Risiken ab, etwa die kombinierte Berufs- und Privatunfallversicherung oder die kombinierte Berufs- und Privathaftpflichtversicherung für Lehrer, Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst. Hier kommt eine Aufteilung der Versicherungsprämie in einen beruflichen und einen privaten Teil in Betracht. Um den beruflichen Prämienanteil zu ermitteln, fragen Sie Ihre Versicherungsgesellschaft, welcher Anteil der Gesamtprämie nach ihrer Kalkulation auf den die berufliche Sphäre betreffenden Versicherungsschutz entfällt. Ist diese Auskunft nicht zu bekommen, dann nehmen Sie die Aufteilung selbst durch Schätzung wie folgt vor:

  • Sie können den Versicherungsbeitrag zu einer kombinierten Berufs- und Privatunfallversicherung zu jeweils 50 % auf das berufliche und das private Unfallrisiko aufteilen. Der berufliche Anteil ist Werbungskosten, der private Sonderausgaben (BMF-Schreiben vom 28.10.2009, BStBl. 2009 I S. 1275Tz. 1.3).

  • Bei einer kombinierten Berufs- und Privathaftpflichtversicherung im öffentlichen Dienst ist mindestens der Differenzbetrag zwischen dem Tarif für die reine Privat-Haftpflichtversicherung und dem Tarif für die kombinierte Dienst- und Privathaftpflichtversicherung als Werbungskosten abziehbar.

Die Versicherungsprämie einer Familien-Rechtsschutzversicherung ist mit dem Teil als Werbungskosten abziehbar, der nach der Schadensstatistik der Versicherungsgesellschaft auf den Arbeitsrechtsschutz entfällt (BMF-Schreiben vom 23.7.1998, DB 1998 S. 1590). Diesen Anteil müssen Sie sich von Ihrer Versicherungsgesellschaft bescheinigen lassen. Können Sie keine Bescheinigung vorlegen, machen Sie Ihre Versicherungsprämie mit einem Anteil von 35 % als Werbungskosten geltend. Dieser Anteil entspricht der Gesamtstatistik des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft für Familien-Rechtsschutzversicherungen.

Beiträge zu einer Verkehrs-Rechtsschutzversicherung sind keine Werbungskosten, sondern abgegolten mit der Entfernungs- bzw. Reisekostenpauschale. Sofern Sie für Auswärtstätigkeiten den tatsächlichen Kilometer-Kostensatz ansetzen, gehen die Versicherungsbeiträge in die Gesamtkostenaufstellung ein.

Beiträge zu Hausrat-, Gebäude-, Leitungswasserversicherung sowie Rechtsschutz für Grundeigentum und Miete sind anteilig als Werbungskosten abziehbar, wenn Sie ein häusliches Arbeitszimmer steuerlich geltend machen. Objektiver Aufteilungsmaßstab ist hier der Anteil der Arbeitszimmerfläche an der Gesamtwohnfläche.

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