Dienstag, 21.11.2017

Abgrenzung zu den anderen Gewinneinkünften

Liegt bei Ihnen Selbstständigkeit vor, dann müssen weitere Unterscheidungen getroffen werden, denn das Einkommensteuergesetz kennt drei verschiedene Arten von Gewinneinkünften: Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft (§ 13, § 13a EStG), Einkünfte aus Gewerbebetrieb (§ 15 EStG) und Einkünfte aus freiberuflicher (selbstständiger) Tätigkeit (§ 18 EStG).

Sofern Sie sich mit Gewinnerzielungsabsicht (Anfangsverluste in den ersten Jahren schaden nicht) und nachhaltig (d.h. mit Wiederholungsabsicht) wirtschaftlich betätigen und Ihre Einkünfte weder dem land- und forstwirtschaftlichen noch dem freiberuflichen Bereich zugeordnet werden können, gehen Sie einer gewerblichen Tätigkeit nach. Dabei kommen die Finanzgerichte oft auch zu unterschiedlichen Ergebnissen (z.B. Fremdenführer: gewerblich gemäß BFH-Urteil vom 9.7.1986, I R 85/83, BStBl. 1986 II S. 851; Reiseleiter: freiberuflich gemäß FG Hamburg vom 29.6.2005, II 402/03, DStRE 2005 S. 1442).

Bei einer gemischten Tätigkeit (teils gewerblich, teils freiberuflich) eines Einzelunternehmers müssen die Einkünfte notfalls per Schätzung aufgeteilt werden; eine getrennte Buchführung ist nicht zwingend erforderlich (BFH-Urteil vom 8.10.2008, VIII R 53/07, BStBl. 2009 II S. 143). Wenn eine Aufteilung nicht möglich ist und das gewerbliche Element überwiegt, führt die gemischte Tätigkeit insgesamt zu gewerblichen Einkünften (z.B. Autoren mit Selbstverlag).

Dagegen wird eine aus Freiberuflern bestehende Personengesellschaft (z.B. Anwalts-Sozietät, Architekten-GbR, Arztpraxis), die gewerbliche Nebeneinnahmen erzielt, trotzdem insgesamt zum Gewerbebetrieb (Abfärberegelung gemäß § 15 Abs. 3 Nr. 1 EStG). Unschädlich ist nur ein ganz geringer Anteil gewerblicher Umsätze am Gesamtumsatz. Es färbt auch ab, wenn nur ein Gesellschafter kein Freiberufler ist (BFH-Urteil vom 28.10.2008, VIII R 69/06, BStBl. 2009 II S. 642).

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