Dienstag, 21.11.2017

Ermittlung der steuerpflichtigen Einkünfte

Sie haben folgende grundverschiedene Möglichkeiten, den Gewinn (oder auch Verlust) aus Ihrer land- und forstwirtschaftlichen Tätigkeit zu ermitteln:

  • Betriebsvermögensvergleich nach § 4 Abs. 1 EStG (aufgrund einer Bilanz mit Gewinn- und Verlustrechnung). Dies ist nach § 141 AO der Fall bei Überschreitung einer der folgenden Grenzwerte:

    • Jahresumsatz über 500.000 € (ab 2016: 600.000 €);

    • selbst bewirtschaftete land- und forstwirtschaftliche Flächen mit einem Wirtschaftswert über 25.000,00 €;

    • Gewinn aus Land- und Forstwirtschaft über 50.000,00 € im Kalenderjahr (ab 2016: 60.000 €).

  • Gewinn nach Durchschnittssätzen (§ 13a EStG), wenn keine Buchführungspflicht besteht und weitere Bedingungen erfüllt sind.

  • Überschussrechnung nach § 4 Abs. 3 EStG, sofern keine Buchführungspflicht besteht und auch die Voraussetzungen für die Gewinnermittlung nach Durchschnittssätzen nicht erfüllt sind.

Für Nebenerwerbs-Landwirte kommt eigentlich nur die Gewinnermittlung nach Durchschnittssätzen oder die Überschussrechnung in Betracht. Die von Landwirten auszufüllende vierseitige Anlage L kann im Programm direkt am Bildschirm beschrieben werden.

Bei nicht buchführende Forstwirte ist ein pauschaler Betriebsausgabenabzug gemäß § 51 EStDV in Höhe von 55 % der Einnahmen aus der Holznutzung möglich (siehe Zeile 101 der Anlage L). Wird das Holz auf dem Stamm verkauft, ist nur eine Pauschale von 20 % zulässig, weil dann keine Einschlagskosten anfallen.

Der Gewinnermittlungszeitraum ist grundsätzlich das Wirtschaftsjahr vom 1. Juli bis 30. Juni (§ 4a Abs. 1, Nr. 1 EStG). Für die Einkommensbesteuerung ist der Gewinn des Wirtschaftsjahres auf das Kalenderjahr, in dem das Wirtschaftsjahr beginnt, und auf das Kalenderjahr, in dem das Wirtschaftsjahr endet, zeitanteilig aufzuteilen (§ 4a Abs. 2 Nr. 1 EStG). Bei einem vom Kalenderjahr abweichenden Wirtschaftsjahr beträgt seit 2010 die Frist für die Abgabe der Steuererklärung nach Schluss des Wirtschaftsjahres fünf Monate.

Für land- und forstwirtschaftliche Einkünfte wird ein Freibetrag von 900,00 € p.a. gewährt, wenn die Summe der Einkünfte 30.700,00 € nicht übersteigt (§ 13 Abs. 3 EStG). Bei zusammen veranlagten Ehegatten verdoppeln sich diese Beträge.

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