Dienstag, 21.11.2017

Wie wird gefördert?

Es wird eine Altersvorsorgezulage gezahlt, die aus einer Grundzulage und ggf. Kinderzulagen besteht. Es können maximal zwei Altersvorsorgeverträge auf einmal gefördert werden, wobei es aber keine doppelte Förderung gibt, sondern die Förderung auf beide Verträge verteilt wird. Bei einem abgeleiteten Förderanspruch wird dagegen nur ein Vertrag gefördert.

Um die Zulagen zu bekommen, müssen Sie bei Ihrem Vertragsanbieter (nicht beim Finanzamt) spätestens bis zum Ende des zweiten Kalenderjahres, das auf das jeweilige Beitragsjahr folgt, einen Antrag auf Zahlung der Zulage stellen (§ 89 Abs. 1 EStG) – beispielsweise für das Jahr 2015 bis Ende 2017. Um das nicht jedes Jahr aufs Neue machen zu müssen, ist ein Dauerzulagenantrag möglich. Anhand der vom Anbieter übermittelten Daten berechnet die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen bei der Deutschen Rentenversicherung Bund Ihre Zulage. Diese wird an Ihren Anbieter überwiesen, der die Zulagen Ihrem Altersvorsorgevertrag gutschreibt. Alle Änderungen, die sich auf die Höhe der Zulagen auswirken können, müssen Sie Ihrem Anbieter mitteilen (z.B., wenn sich Ihr Gehalt verändert oder Sie für ein Kind kein Kindergeld mehr bekommen).

Die Grundzulage (§ 84 EStG)

Jeder Förderberechtigte, egal ob ledig oder verheiratet, bekommt eine Grundzulage für den eigenen Altersvorsorgevertrag. Nicht gefördert werden solche Beiträge, für die Sie im gleichen Jahr schon die Arbeitnehmer-Sparzulage, die Wohnungsbauprämie oder den normalen Sonderausgabenabzug nach § 10 EStG für Vorsorgeaufwendungen in Anspruch genommen haben.

Die Grundzulage beträgt pro Jahr

seit 2008

154,00 €

Wer ab 2008 bis zu seinem 25. Geburtstag einen Riester-Vertrag abschließt, erhält einmalig eine um 200,00 € erhöhte Grundzulage (§ 84 Satz 2 EStG). Diesen zusätzlichen Berufseinsteiger-Bonus von 200,00 € gibt es im ersten Jahr, für das Sie Zulage beantragen.

Die Kinderzulage (§ 85 EStG)

Die Kinderzulage gibt es für jedes Kind, für das Kindergeld tatsächlich ausgezahlt wird. Für jedes Kind wird pro Jahr nur eine Kinderzulage ausgezahlt, auch wenn beide Elternteile jeweils einen eigenen Vertrag abgeschlossen haben.

Die Kinderzulage beträgt pro Kind und Jahr

– für bis 31.12.2007 geborene Kinder
– für ab 1.1.2008 geborene Kinder

185,00 €
300,00 €

Bei Eltern, die die Voraussetzungen für eine Zusammenveranlagung erfüllen, wird die Kinderzulage grundsätzlich der Mutter zugeordnet (§ 85 Abs. 2 EStG), dem Vater nur auf Antrag in der Anlage AV beider Eltern. Der Antrag muss jedes Jahr neu gestellt werden. Sind die Eltern nicht verheiratet, getrennt lebend oder geschieden, bekommt der Elternteil die Kinderzulage, an den das Kindergeld ausgezahlt wird.

Der Sonderausgabenabzug (§ 10a EStG)

Alternativ zu den Zulagen können Sie Ihre gesamten Altersvorsorgeaufwendungen, also Ihre Eigenbeiträge und die staatlichen Zulagen, als Sonderausgaben geltend machen. Dazu müssen Sie mit Ihrer Steuererklärung die Anlage AV abgeben. Bei der Berechnung des Sonderausgabenabzuges bleibt der Berufseinsteiger-Bonus unberücksichtigt.

Für den Elster-Versand der Anlage AV wird von Angestellten die Angabe einer Sozialversicherungsnummer verlangt, die auf der jährlichen Mitteilung des Rentenversicherungsträgers über die künftig zu erwartende Altersrente zu finden ist. Beamte geben stattdessen eine Zulagennummer an, die ihnen vom Arbeitgeber zugeteilt wird. Beide Nummern sind 12-stellig (8 Ziffern + 1 Buchstabe + 3 Ziffern).

Höchstbeträge für den Sonderausgabenabzug

seit 2008

2.100,00 €

Der Sonderausgabenabzug steht jedem Ehegatten gesondert zu. Sind beide Ehegatten förderberechtigt, kann jeder seine eigenen Altersvorsorgeaufwendungen bis zu 2.100,00 € als Sonderausgaben absetzen. Ist einer der Ehegatten nicht förderberechtigt (nur abgeleiteter Anspruch), kann er keinen Sonderausgabenabzug geltend machen. Ob das auch für Pflichtmitglieder in einem berufsständischen Versorgungswerk gilt, muss der BFH noch entscheiden (Az. X R 11/13). Dafür werden bei Zusammen- oder Einzelveranlagung seine Eigenbeiträge und Zulagen beim Sonderausgabenabzug des unmittelbar förderberechtigten Ehepartners bis zum Höchstbetrag mitberücksichtigt, wobei sich dessen Höchstbetrag von 2.100,00 € seit 2012 um den vom mittelbar berechtigten Ehegatten zu zahlenden Mindestbeitrag von 60,00 € erhöht (§ 10a Abs. 3 Satz 3 EStG).

Ob für Sie die Zulage oder der Sonderausgabenabzug vorteilhafter ist, prüft das Finanzamt bei der Veranlagung zur Einkommensteuer von Amts wegen im Rahmen einer Günstigerprüfung. Seit 2011 wird durch die Abgabe der Anlage AV automatisch für alle Riester-Verträge, für die Sie die Einwilligung zur Datenübermittlung erteilt haben, der Sonderausgabenabzug geprüft.

In der Günstigerprüfung wird mit dem Anspruch auf Zulage gerechnet. Das Finanzamt interessiert somit nicht, ob Sie die Zulage auch erhalten haben. Daher müssen Sie immer die Zulage bei Ihrem Anbieter beantragen. Denn die Ihnen zustehende Zulage wird immer auf Ihrem Altersvorsorgevertrag gutgeschrieben, auch wenn der Sonderausgabenabzug günstiger ist.

Sollte für Sie die Steuerersparnis durch den Sonderausgabenabzug höher sein als die Zulage, werden Ihre Riester-Beiträge als Sonderausgaben abgezogen. Das Finanzamt zieht dann die Zulage als bereits erfolgte Steuervergütung von der Steuerentlastung durch den Sonderausgabenabzug wieder ab (§ 10a Abs. 2 Satz 1 EStG). Die Differenz zwischen Steuerentlastung und Zulage wird gesondert im Einkommensteuerbescheid festgestellt und direkt an Sie ausbezahlt, also nicht auf den Vorsorgevertrag eingezahlt.

Achten Sie bei der Eingabe der Daten in der Steuererklärung darauf, dass die berechnete Zulage im Programm der tatsächlichen Zulage entspricht, die Sie für Ihre Verträge erhalten. Da die Versicherer regelmäßig einen Datenabgleich mit den Finanzämtern vornehmen, kann es sonst in späteren Jahren zu einer Korrektur Ihrer Steuererklärung kommen.

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