Freitag, 22.09.2017

Wie viel müssen Sie selbst ansparen?

Die volle Zulage bekommen Sie nur, wenn Sie einen Mindesteigenbeitrag in den eigenen Vertrag einzahlen. In die Berechnung des Mindesteigenbeitrages wird der Berufseinsteiger-Bonus von 200,00 € mit einbezogen.

Der Mindestbeitrag beträgt gemäß § 86 EStG

seit 2008

4 %/maximal 2.100,00 €

Der Mindesteigenbeitrag bei unmittelbarer Förderberechtigung wird zu Beginn des Jahres prozentual berechnet auf Grundlage der im vorangegangenen Kalenderjahr erzielten rentenversicherungspflichtigen Einnahmen (i.d.R. das Bruttogehalt max. bis zur Beitragsbemessungsgrenze bzw. die Erwerbsminderungsrente oder das tatsächlich ausgezahlte Entgelt (z.B. Arbeitslosengeld I), bei Beamten der Besoldung/Amtsbezüge des Vorjahrs. Hartz IV-Empfänger zahlen nur den Sockelbertrag (siehe unten).

Von dem so errechneten Mindestbeitrag werden noch die Ihnen zustehenden Zulagen abgezogen, um zu Ihrem Mindesteigenbeitrag zu kommen. Die Zulage des Ehegatten mit nur mittelbarem Zulageanspruch wird bei der Berechnung des Mindesteigenbeitrags des unmittelbar förderberechtigten Ehepartners mitberücksichtigt (§ 86 Abs. 1 Satz 2 EStG).

Eine allein erziehende Angestellte mit einem vor 2008 geborenen Kind hatte 2014 einen Bruttoarbeitslohn von 40.000,00 €. Ihr Mindesteigenbeitrag 2015 beträgt 1.261,00 € (4 % von 40.000,00 € = 1.600,00 € ./. 154,00 € Grundzulage ./. 185,00 € Kinderzulage).

Bei niedrigem Einkommen kann der Mindestbeitrag nicht null werden, denn nach § 86 Abs. 1 Satz 3 und 4 EStG ist ein bestimmter Sockelbetrag als Minimum einzuzahlen, der einheitlich 60,00 € beträgt. Sonst wird die Zulage gekürzt. Ob einem Altersvorsorgevertrag gutgeschriebene Zinserträge förderungswürdige Eigenbeiträge des Anlegers sind, ist Gegenstand einer Revision beim BFH (Az. X R 41/13).

Gehören beide Ehegatten zum geförderten Personenkreis, rechnet jeder für sich anhand seiner Einnahmen seinen Mindesteigenbeitrag aus. Ist einer nur abgeleitet förderberechtigt, muss er seit 2012 auf seinen Altersvorsorgevertrag 60,00 € einzahlen, sonst entfällt seine Zulage (§ 79 Satz 2 EStG).

Der Anspruch auf eine ungekürzte Zulage besteht für den nicht förderberechtigten Ehegatten nur, wenn der förderberechtigte Ehegatte seinen Mindesteigenbeitrag in voller Höhe erbracht hat (§ 86 Abs. 2 Satz 1 EStG). Erbringt der förderberechtigte Ehegatte seinen Mindesteigenbeitrag nicht in voller Höhe, werden die Zulagen beider Ehegatten gekürzt.

Es reicht aus, wenn Sie im Laufe des Jahres (auch erst im Dezember) einen Altersvorsorgevertrag abschließen und die erforderlichen Eigenbeiträge einzahlen, um die volle Förderung zu bekommen.

Seit 2011 besteht für Hartz IV-Empfänger keine gesetzliche Rentenversicherungspflicht mehr. Damit haben sie seit 2011 keine beitragspflichtigen Einnahmen mehr, von denen der Mindestbetrag berechnet werden kann. Somit ist in der Anlage AV die Abfrage des Arbeitslosengeldes II entfallen. Seit 2012 müssen Hartz IV-Bezieher mindestens den Sockelbetrag von 60,00 € einzahlen.

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