Freitag, 24.11.2017

Was Sie dem Finanzamt nachweisen müssen

In der Steuererklärung machen Sie Ihre Unterstützungsleistungen in der Anlage Unterhalt geltend, wobei pro unterstütztem Haushalt (nicht pro unterstützter Person!) eine eigene Anlage abzugeben ist. Unterstützen Sie mehr als eine Person in einem Haushalt, nummerieren Sie die Personen in der Anlage Unterhalt im Feld lfd. Nr. durch. Bei mehr als drei unterstützten Personen pro Haushalt verwenden Sie eine zweite Anlage, ohne dort noch einmal die Daten für den Haushalt aus der ersten Anlage zu wiederholen.

Zu jeder unterstützten Person ist in der Anlage Unterhalt Ihr Verwandtschaftsverhältnis anzugeben und ggf. per Familienstandsurkunde nachzuweisen. Gefragt wird ferner nach dem Einkommen und Vermögen des Unterhaltsempfängers. Fügen Sie ggf. Einkommensnachweise bei. Lebt die unterstützte Person im Ausland, muss deren Unterhaltsbedürftigkeit durch eine Bedürftigkeitsbescheinigung nachgewiesen werden (BMF-Schreiben vom 7.6.2010, BStBl. 2010 I S. 588Tz. 5). Zur Erleichterung hat die Finanzverwaltung für viele Länder eine zweisprachige Unterhaltserklärung zum Ausfüllen ins Internet gestellt, die Sie sich unter www.bundesfinanzministerium.de bei Formulare von A–Z (Buchstabe U) herunterladen können. Wird eine den inhaltlichen Vorgaben des BMF nicht genügende Unterhaltsbescheinigung vorgelegt, ist der Unterhalt nicht abziehbar (BFH-Urteil vom 7.5.2015, VI R 32/14, BFH/NV 2015 S. 1248).

Ab 2015 müssen Sie für den Abzug Ihrer Unterhaltsleistungen in Ihrer Steuererklärung auch die Identifikationsnummer der unterstützten Person angeben, sofern diese in Deutschland steuerpflichtig ist. Die unterstützte Person ist verpflichtet, Ihnen ihre ID-Nr. mitzuteilen. Ansonsten können Sie bei Ihrem Finanzamt nach der ID-Nr. fragen.

Geldleistungen lassen sich durch Überweisungsbelege der Bank nachweisen. Übergeben Sie Geld persönlich, benötigen Sie eine bei Übergabe ausgestellte Empfangsbestätigung für jede einzelne Zahlung mit Angabe von Namen und Anschrift aller Beteiligten sowie Ort, Datum und Unterschrift des Empfängers sowie Zeitpunkt der Geldübergabe, bei größeren Beträgen auch einen Kontoauszug über Ihre Barabhebung. Nicht auf Euro lautende Beträge sind entsprechend dem für Ende September des Vorjahres von der Europäischen Zentralbank bekannt gegebenen Referenzkurs umzurechnen. Sachleistungen müssen dem typischen Unterhalt dienen mit Nachweis des Werts z.B. per Kaufbeleg.

Bei Fahrten zu Angehörigen ins Ausland mit persönlicher Geldübergabe müssen Sie Ihre Fahrten nachweisen können. Zwischen Abhebung und Übergabe des Geldes dürfen höchstens zwei Wochen liegen. Nicht anerkannt wird eine Geldübergabe durch einen Dritten, außer in Krisengebieten.

Besuchen Sie Ihren im Ausland lebenden Ehepartner, der dort Ihren Familienhaushalt aufrechterhält, geht das Finanzamt ohne Nachweis davon aus, dass Sie je Familienheimfahrt für den Unterhalt Ihres Ehepartners, der Kinder und anderer am Ort Ihres Familienhaushaltes lebender Angehöriger einen Nettomonatslohn mitnehmen. Diese Beweiserleichterung gilt jedoch nur für bis zu vier im Kalenderjahr nachweislich durchgeführte Familienheimfahrten (BMF-Schreiben vom 7.6.2010, BStBl. 2010 I S. 588Tz. 16). Weisen Sie auf andere Weise erbrachte Zahlungen nach, werden diese angerechnet, sodass es maximal beim vierfachen Lohn bleibt. Wollen Sie insgesamt höhere Beträge als vier Löhne geltend machen, müssen Sie alle Zahlungen ohne Nachweiserleichterung belegen.

Lebt eine gesetzlich unterhaltsberechtigte Person oder gleichgestellte Person (zeitweise) in Ihrem Haushalt, können Sie für diese Zeit auch ohne Nachweis der finanziellen Zuwendungen immer den ( zeitanteiligen) Unterhaltshöchstbetrag geltend machen (R 33a.1 Abs. 1 Satz 5 EStR 2012). Die Haushaltszugehörigkeit können Sie ggf. durch eine Meldebescheinigung nachweisen.

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