Dienstag, 21.11.2017

Quellensteuerabzug

Sie können beantragen, dass statt der Anrechnung die ausländische Steuer – ausgenommen eine fiktive Steuer – von Ihren ausländischen Einnahmen (ausgenommen der Abgeltungsteuer unterliegenden Kapitalerträge) wie Werbungskosten oder Betriebsausgaben abgezogen wird (§ 34c Abs. 2 EStG). Dazu tragen Sie die abzuziehende Quellensteuer in die Zeile 10 der Anlage AUS ein. Es vermindert sich damit nicht die Einkommensteuer, sondern deren Bemessungsgrundlage. Für den Steuerabzug können Sie länderbezogen jedes Jahr gesondert optieren.

So erfolgt der Abzug im Steuerbescheid:

ausländische Einnahmen

./.

Werbungskosten/Betriebsausgaben

./.

ausländische Quellensteuer

=

ausländische Einkünfte

Der Abzug der ausländischen Quellensteuer kann auch zu einem negativen Betrag führen. Außerdem ist der Abzug der Steuer auf die dem Teileinkünfteverfahren unterliegenden Einnahmen nur für den steuerpflichtigen Teil möglich (§ 34c Abs. 2 EStG).

Die Abzugsmethode empfiehlt sich insbesondere in den folgenden Fällen:

  • Infolge von inländischen Verlusten fällt keine anrechenbare deutsche Einkommensteuer an. Der Abzug der ausländischen Steuer führt dagegen zu einer Erhöhung des Verlustrücktrages bzw. -vortrages (§ 10d EStG).

  • Die ausländische Steuer überschreitet den Anrechnungshöchstbetrag, wodurch der übersteigende Teil verloren geht. Bei größeren Beträgen kann der Steuerabzug insgesamt günstiger sein.

Wenn die Voraussetzungen für die Anrechnungsmethode nicht vorliegen, z.B. bei ausländischen Steuern, die nicht der deutschen Einkommensteuer entsprechen, wird der Abzug von Amts wegen durchgeführt (§ 34c Abs. 3 EStG).

Impressum AGB Kontakt Mediadaten Datenschutz
Seitenanfang