Freitag, 24.11.2017

Fahrtkosten

Abgezogen werden können die erste Fahrt zu Beginn und die letzte Fahrt am Ende der doppelten Haushaltsführung mit der Reisekostenpauschale oder dem tatsächlichen Kilometersatz, wenn Sie mit dem privaten Kfz (eigener oder geliehener Pkw, aber kein Dienstwagen) fahren (R 9.11 Abs. 6 Nr. 1 LStR 2015). Reisenebenkosten können zusätzlich geltend gemacht werden (z.B. Park- oder Mautgebühren). Die nachgewiesenen Kosten öffentlicher Verkehrsmittel werden in voller Höhe anerkannt.

Ferner ist maximal eine Heimfahrt pro Woche mit der Entfernungspauschale unbegrenzt (d.h. kein Höchstbetrag für Bahnfahrer) und – außer für Heimflüge – verkehrsmittelunabhängig (gilt daher auch für Mitfahrer bei Fahrgemeinschaften) für die kürzeste Straßenverbindung abziehbar (§ 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 Satz 4 EStG). Eine Ausnahme gilt für bestimmte Behinderte . Die Begrenzung auf eine Heimfahrt pro Woche gilt auch, wenn Sie aufgrund von Schicht- oder Blockdienst öfter nach Hause fahren (FG Rheinland-Pfalz vom 25.3.1991, 7 K 1610/89, EFG 1991 S. 664).

Ob Ihnen Aufwendungen für die Familienheimfahrten entstehen oder ob Sie kostenlos von Verwandten abgeholt werden oder bei einer Fahrgemeinschaft Mitfahrer sind, spielt für den Abzug keine Rolle (BFH-Urteil vom 18.4.2013, VI R 29/12, DStR 2013 S. 1373). Ausnahme: Bei Nutzung eines Firmenwagens dürfen Sie für die wöchentliche Heimfahrt keine Werbungskosten geltend machen (R 9.11 Abs. 6 Nr. 2 LStR 2015; bestätigt durch BFH-Urteil vom 28.2.2013, VI R 33/11, BStBl. 2013 II S. 629).

Zwischenheimfahrten bei Einsatzwechseltätigkeit oder befristeter Abordnung sind dagegen mit der Reisekostenpauschale absetzbar, weil keine doppelte Haushaltsführung vorliegt (H 9.5 Allgemeines LStH 2014).

Für Heimflüge dürfen jedoch für die reine Flugstrecke nur die tatsächlichen Ticketkosten angesetzt werden (§ 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 Satz 5 EStG).

Machen Sie Ihre Heimfahrten nicht auf der Seite 2 der Anlage N bei den Fahrten zur Arbeit, sondern auf der Seite 3 in der Zeile Wöchentliche Heimfahrten geltend. Anerkannt werden natürlich nur Heimfahrten, die tatsächlich durchgeführt wurden.

Ihre täglichen Fahrten zwischen Zweitwohnung und Arbeitsplatz sind normale Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte . Diese Fahrten sind auf der Seite 2 der Anlage N oben einzutragen.

Die Kosten eines Unfalls auf einer Familienheimfahrt sind zusätzlich zur Entfernungspauschale absetzbar.

Fahren nicht Sie am Wochenende nach Hause, sondern fährt stattdessen Ihre Familie (Ehegatte und minderjährige Kinder) zu Ihnen an den Beschäftigungsort (sog. umgekehrte Heimfahrt), sind die Fahrt- oder Flugkosten bei Ihnen nicht als Werbungskosten absetzbar (BFH-Beschluss vom 2.2.2011, VI R 15/10, BStBl. 2011 II S. 456). Ausnahme: Sie haben berufliche Gründe wie z.B. Sonntags- oder Bereitschaftsdienst an der Heimfahrt gehindert (BFH-Urteil vom 28.1.1983, VI R 136/79, BStBl. 1983 II S. 313). Nicht anerkannt werden aber Aufwendungen für Unterkunft und Verpflegung der Familienangehörigen.

Telefongespräche mit der Familie sind nur dann abziehbar, wenn an einem Wochenende keine Heimfahrt unternommen wird. Das Finanzamt akzeptiert dann die Kosten für ein Ferngespräch mit Angehörigen in der Heimatwohnung von in der Regel 15 Minuten Dauer.

Fahren Sie mehr als einmal pro Woche nach Hause, dürfen Sie anstelle der Mehraufwendungen wegen doppelter Haushaltsführung auch die Fahrtkosten für sämtliche Heimfahrten als Fahrten zwischen zwei Wohnungen und Arbeitsstätte mit der Entfernungspauschale absetzen (R 9.11 Abs. 5 Satz 2 LStR 2015). Dann gilt allerdings für Nicht-Pkw-Fahrer die Höchstgrenze für Fernpendler von 4.500,00 € und der Ansatz von Verpflegungspauschbeträgen und Kosten der Zweitwohnung ist nicht zulässig. Außerdem sind von den Fahrtkosten steuerfreie Zuschüsse des Arbeitgebers bzw. der amtliche Sachbezugswert für eine kostenlos oder verbilligt gewährte Unterkunft des Arbeitgebers abzuziehen.

Dieses Wahlrecht dürfen Sie für jede doppelte Haushaltsführung aufs Neue ausüben. Innerhalb derselben doppelten Haushaltsführung aber ist die Wahl nur einmal pro Jahr möglich (R 9.11 Abs. 5 Satz 3 LStR 2015).

Impressum AGB Kontakt Mediadaten Datenschutz
Seitenanfang