Dienstag, 21.11.2017

Berufsausbildung

Stehen Sie im Rahmen Ihrer Ausbildung in einem Arbeitsverhältnis und ist das Arbeitsverhältnis im Wesentlichen durch die Ausbildung geprägt, handelt es sich um ein sog. Ausbildungsdienstverhältnis. Typischer Fall ist die Lehre, bei der ein Auszubildender in einem Betrieb ausgebildet wird und daneben die Berufsschule besucht (duale Berufsausbildung). Andere Beispiele sind Berufssoldaten, die an einer Bundeswehrhochschule auf Weisung des Dienstherrn und unter Fortzahlung der Dienstbezüge studieren (BFH-Urteil vom 7.11.1980, VI R 50/79, BStBl. 1981 II S. 216), das Referendariat bei Lehramtsanwärtern und Rechtsreferendaren (BFH-Urteil vom 24.9.1985, IX R 96/82, BStBl. 1986 II S. 184), das Dienstverhältnis eines Beamtenanwärters oder ein praxisintegriertes Studium an einer Berufsakademie. Bezieht der Auszubildende im Rahmen eines Ausbildungsdienstverhältnisses steuerpflichtigen Arbeitslohn, darf er seine Ausbildungskosten als Werbungskosten abziehen, und zwar unbegrenzt (R 9.2 Abs. 1 Satz 2 LStR 2015).

Ob eine Ausbildung nur aufgrund eines Schulungsvertrages ohne Vergütung (z.B. bei einer Pilotenausbildung) ein Ausbildungsdienstverhältnis ist, muss der BFH noch entscheiden (Az. der Revision: VI R 36/14, VI R 50/14, VI R 59/14).

Die Aufwendungen für eine berufliche Erstausbildung außerhalb eines Ausbildungsdienstverhältnisses sind nach einer Gesetzesänderung nur als Sonderausgaben absetzbar (§ 9 Abs. 6 EStG).

Der Bundesfinanzhof hält diese Gesetzesänderung jedoch für verfassungswidrig und hat deshalb das Bundesverfassungsgericht angerufen (BFH-Beschluss vom 17.7.2014, VI R 2/12, VI R 8/12, DStR 2014 S. 2216). Das Az. des BVerfG lautet 2 BvL 24/14. Steuerbescheide von Auszubildenden ergehen daher vorläufig, sodass kein Einspruch eingelegt werden muss.

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