Donnerstag, 23.10.2014

Die Nichtveranlagungs-Bescheinigung

Personen, die zur Einkommensteuer voraussichtlich weder pflicht- noch freiwillig veranlagt werden, können mit einer Nichtveranlagungs-Bescheinigung die Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge (außer für Tafelgeschäfte) über das Volumen eines Freistellungsauftrages hinaus vermeiden (§ 44 a Abs. 2 Nr. 2 EStG). Dass Einkünfte trotz Veranlagung nicht besteuert werden, reicht nach dem Gesetzeswortlaut für eine NV-Bescheinigung nicht aus. Von einer NV-Bescheinigung profitieren vor allem Kinder, Studenten, Rentner und Empfänger von Hartz IV.

Haben Sie keine anderweitigen steuerpflichtigen Einkünfte, dürfen Sie sich mit einer Nichtveranlagungs-Bescheinigung ab 2010 Kapitalerträge inkl. Kursgewinne bis in Höhe von € 8.841,00/€ 17.682,001) (Ledige/Verheiratete) steuerfrei von Ihrer Bank auszahlen lassen.

Die NV-Bescheinigung müssen Sie beim Finanzamt durch Ausfüllen eines eigenen Formulars beantragen, das bereits eine kleine Steuererklärung ist, und die ausgestellte Bescheinigung dann dem Bankinstitut vorlegen. Sie ist im Allgemeinen drei Jahre gültig. Die Bescheinigung umfasst auch Kapitalerträge, die zu anderen Einkunftsarten als denen aus Kapitalvermögen gehören.

Im Programm »Steuer-Spar-Erklärung« können Sie das Formular für die NV-Bescheinigung direkt am Bildschirm ausfüllen.

Bei verspäteter Abgabe der NV-Bescheinigung bei Ihrer Bank darf diese einen bereits erfolgten Abzug von Abgeltungsteuer (Kapitalertragsteuer) wieder rückgängig machen (§ 44 b Abs. 5 EStG). Oder Sie beantragen die Erstattung der zu viel einbehaltenen Steuer am Jahresende über Ihre Einkommensteuererklärung.

Überschreiten Ihre Kapitalerträge während der Gültigkeitsdauer der NV-Bescheinigung die oben genannte Obergrenze, müssen Sie die Bescheinigung dem Finanzamt zurückgeben. Dann bleiben Ihre Kapitalerträge nur bis zur Höhe des Freistellungsvolumens abgeltungsteuerfrei, wenn Sie Ihrer Bank einen Freistellungsauftrag erteilt haben. Kreditinstitute müssen die aufgrund einer NV-Bescheinigung ohne Abzug von Kapitalertragsteuer ausgezahlten Erträge an das Bundeszentralamt für Steuern melden.

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