Freitag, 24.11.2017

Die Arbeitnehmer-Sparzulage

Die Arbeitnehmer-Sparzulage wird als steuer- und sozialabgabenfreier Zuschuss vom Finanzamt auf vermögenswirksame Leistungen gezahlt, wenn Ihr zu versteuerndes Einkommen im Sparjahr nicht höher ist als 17.900,00 € beim Bausparen bzw. 20.000,00 € beim Wertpapier- und Beteiligungssparen (§ 13 Abs. 1 Satz 2 VermBG). Bei zusammen veranlagten Ehegatten verdoppeln sich diese Beträge.

Das Teileinkünfteverfahren bleibt bei der Einkommensberechnung unberücksichtigt, die der Abgeltungsteuer unterliegenden Kapitaleinkünfte ebenso (bei Günstigerprüfung mit individueller Besteuerung werden sie aber mitgerechnet).

Falls Sie Kinder haben, erhöht sich diese Grenze um die vollen/halben Kinder- und Erziehungsfreibeträge, auch wenn kein ganzjähriger Kindergeldanspruch bestand oder das Kindergeld günstiger war (§ 2 Abs. 5 Satz 2 EStG).

Ob Sie aufgrund Ihres Einkommens Anspruch auf die Sparzulage haben, wird vom Programm automatisch geprüft.

So hoch ist die Arbeitnehmer-Sparzulage (§ 13 Abs. 2 VermBG)

Prämienbegünstigte Höchstbeträge (p.a.)

Arbeitnehmer-Sparzulage (maximal) p.a.

Bausparen

470,00 €

9 %

=

43,00 €

Wertpapier-/Beteiligungssparen

400,00 €

20 %

=

80,00 €

mögliche Förderung

870,00 €

123,00 €

Das Konten- und Lebensversicherungssparen ist nicht sparzulagenbegünstigt. Kreditinstitute zahlen aber häufig einen Bonus. Das Bausparen und das Beteiligungssparen können Sie nebeneinander nutzen und so die Sparzulage zweimal erhalten.

Förderungsvoraussetzung ist grundsätzlich, dass die vwL für eine Sperrfrist (beginnt am 1.1. des ersten Sparjahres) von je nach Anlageform sechs bzw. sieben Jahren festgelegt werden (Ausnahmen siehe § 4 Abs. 4 VermBG).

Um die Arbeitnehmer-Sparzulage zu erhalten, müssen Sie Folgendes tun:

  • Beantragen Sie die Sparzulage jährlich beim Finanzamt im Rahmen Ihrer Einkommensteuererklärung bis spätestens vier Jahre nach Ablauf des Sparjahres (für 201 also bis Ende 2019). Kreuzen Sie dazu im Mantelbogen auf Seite 1 oben den Antrag auf Festsetzung der Arbeitnehmer-Sparzulage an.

  • Fügen Sie die Bescheinigung über vermögenswirksame Leistungen (Anlage VL) Ihres Anlageinstituts der Steuererklärung bei. Aus technischen Gründen kann frühestens ab 2016 anstelle der Anlage VL die elektronische Vermögensbildungsbescheinigung eingeführt werden, die vom Anlageinstitut an das Finanzamt versendet wird. Voraussetzung für die Sparzulagen-Festsetzung ist dann, dass Sie gegenüber Ihrem Anlageinstitut in die elektronische Datenübermittlung einwilligen.

  • Wenn Sie keine Steuererklärung abgeben, stellen Sie einen gesonderten Antrag mit Mantelbogen und den Bescheinigungen über die vwL.

Die Arbeitnehmer-Sparzulage wird auf den nächsten vollen Euro-Betrag aufgerundet und wird vom Finanzamt im Steuerbescheid zunächst nur festgesetzt und erst Jahre später nach Ablauf der Sperrfrist auf Ihr Anlagekonto überwiesen.

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