Freitag, 22.09.2017

Bei Anstellung einer Haushaltshilfe

Wenn Sie eine Haushaltshilfe geringfügig oder kurzfristig beschäftigen

Sie können die Steuerermäßigung erhalten, wenn Sie eine Haushaltshilfe im Rahmen eines 450-Euro-Jobs anstellen (§ 8a SGB IV) und diese in Ihrem Privathaushalt zur Erledigung haushaltsnaher Dienstleistungen einsetzen (§ 35a Abs. 1 EStG). Für einen 450-Euro-Job im betrieblichen Bereich gibt es die Steuerermäßigung aber nicht.

Auch ein Minijobber im Privathaushalt hat seit Januar 2015 Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 € je Arbeitsstunde. Bei Minijobs im gewerblichen Bereich ist der Arbeitgeber verpflichtet, Beginn, Dauer und Ende der täglichen Arbeitszeit aufzuzeichnen, damit überprüft werden kann, ob der Mindestlohn gezahlt wird. Diese Aufzeichnungspflicht gilt jedoch ausdrücklich nicht für Minijobs im Privathaushalt (§ 17 Abs. 1 Satz 3 Mindestlohngesetz).

Als privater Arbeitgeber haben Sie die Pflicht, Ihre Haushaltshilfe bei der Minijob-Zentrale der Knappschaft Bahn-See (früher: Bundesknappschaft) mittels eines Haushaltsschecks anzumelden (Näheres unter www.minijob-zentrale.de). Dann berechnet die Minijob-Zentrale die auf das Arbeitsentgelt anfallenden pauschalen Abzüge und zieht diese halbjährlich von Ihrem Konto ein. Der Einzug am 15.1. für die zweite Hälfte des Vorjahres wird noch für die Steuerermäßigung im Vorjahr berücksichtigt.

Für die Berechnung der Lohnsteuer können Sie als Arbeitgeber wählen, ob Sie den Arbeitslohn pauschal oder gemäß den Lohnsteuerabzugsmerkmalen versteuern. Die Pauschalsteuer beträgt nur 2 %, womit auch der Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer abgegolten ist. Bei Pauschalversteuerung braucht Ihr Arbeitnehmer den Arbeitslohn aus dem Mini-Job in seiner Steuererklärung nicht anzugeben und muss darauf auch keine Sozialabgaben zahlen. Hinzu kommen für Sie noch pauschale Sozialversicherungsbeiträge von insgesamt 12,54 % des Bruttolohns. Ihr Arbeitnehmer ist seit 2013 automatisch gesetzlich rentenversicherungspflichtig und muss daher den Aufstockungsbetrag von 13,7 % auf den vollen Beitragssatz von 18,7 % selbst zahlen. Er kann sich jedoch von der Versicherungspflicht befreien lassen. Die Steuerermäßigung gibt es auf den Arbeitslohn sowie die zusätzlichen Beträge (Pauschalabgaben, pauschale Lohnsteuer) und Sachbezüge.

Beschäftigen Sie eine Haushaltshilfe in Ihrem Privathaushalt nur kurzfristig , können Sie dafür eine Steuerermäßigung wie für einen Mini-Jobber erhalten. Denn die Minijob-Zentrale führt in vielen Fällen auch für kurzfristige Beschäftigungen das Haushaltsscheckverfahren durch.

Wenn Sie eine Haushaltshilfe sozialversicherungspflichtig beschäftigen

Steuerbegünstigt sind auch die Aufwendungen für eine Haushaltshilfe, die Sie im Rahmen eines sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisses zur Erledigung haushaltsnaher Dienstleistungen in Ihrem Privathaushalt beschäftigen (§ 35a Abs. 2 EStG). Dazu zählt auch ein sog. Midi-Job. Sie müssen sich von der Haushaltshilfe eine Bescheinigung für den Lohnsteuerabzug vorlegen lassen und entsprechend der eingetragenen Steuerklasse die Lohnsteuer an Ihr Finanzamt abführen. Möglich ist auch eine Pauschalversteuerung mit 20 %. Die Haushaltshilfe ist von Ihnen bei der zuständigen Krankenkasse anzumelden. Die Sozialversicherungsbeiträge müssen Sie an die Krankenkasse abführen und zusammen mit Ihrem Arbeitnehmer je zur Hälfte tragen. Für die Steuerermäßigung berücksichtigt werden der Arbeitslohn und die zusätzlich von Ihnen getragenen Sozialversicherungsbeiträge, Entgeltfortzahlungs-Umlagen usw.

Barzahlungen des Entgelts sind erlaubt, wenn es sich um ein haushaltsnahes Beschäftigungsverhältnis handelt, das über die Minijobzentrale (Haushaltsscheckverfahren) abgewickelt oder über die elektronische Lohnsteuerkarte (ELStAM-Verfahren) abgerechnet wird.

Wer kann als Haushaltshilfe beschäftigt werden?

Sie können fremde Dritte steuerbegünstigt als Haushaltshilfe beschäftigen. Schließen Sie einen Arbeitsvertrag mit einem Ihrer Angehörigen ab, der nicht in Ihrem Haushalt lebt, wird dieser steuerlich nur anerkannt, wenn er gemäß Arbeitsrecht wirksam zustande gekommen ist, von den Vertragsklauseln dem zwischen Fremden Üblichen entspricht und auch so wie vereinbart durchgeführt wird.

Nicht anerkannt wird dagegen ein Arbeitsvertrag zwischen zusammenlebenden Ehegatten, zwischen Eltern und in deren Haushalt lebenden Kindern sowie zwischen Partnern einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft oder Lebenspartnerschaft (BMF-Schreiben vom 10.1.2014, BStBl. 2014 I S. 97Rz. 5).

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