Sonntag, 26.10.2014

Wie die Kosten für den Weg zur Arbeit berechnet werden

Für die meisten Arbeitnehmer ist der Arbeitsplatz von der Wohnung aus nicht zu Fuß zu erreichen, sodass sie mit dem eigenen Pkw oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fahren müssen. Ab der Steuererklärung 2008 berücksichtigt das Finanzamt die Entfernungspauschale von sich aus wieder ab dem ersten Entfernungskilometer.

Die Regelungen zur Entfernungspauschale gelten nur für Fahrten von Ihrer Wohnung zur regelmäßigen Arbeitsstätte. Das ist jede ortsfeste betriebliche Einrichtung des Arbeitgebers, der Sie zugeordnet sind und die Sie dauerhaft und immer wieder aufsuchen (BFH-Urteil vom 11.5.2005, VI R 25/04, BStBl. 2005 II S. 791). Berufliche Fahrten an einen auswärtigen Ort, der nicht Ihre regelmäßige Arbeitsstätte ist, gelten dagegen als Auswärtstätigkeit. Was z.B. für Leiharbeitnehmer gilt, lesen Sie im Kapitel zur Auswärtstätigkeit.

Zur Abgeltung der Aufwendungen gewährt Ihnen das Finanzamt für jeden Kilometer, den Ihre Wohnung von der Arbeitsstätte entfernt liegt (Entfernungskilometer), arbeitstäglich eine verkehrsmittelunabhängige Entfernungspauschale, auch als »Pendlerpauschale« bezeichnet. Mit dieser Pauschale ist die Hinfahrt zum Arbeitsplatz und die Rückfahrt zur Wohnung abgegolten.

Die Entfernungspauschale beträgt pro Arbeitstag € 0,30 je Entfernungskilometer (§ 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG). Als Werbungskosten absetzbar sind:

... Arbeitstage × einfache Entfernung × € 0,30/km

Sie fahren täglich zu Ihrem Arbeitsplatz, der 15 km von Ihrer Wohnung entfernt liegt. Als Werbungskosten können Sie geltend machen:

230 Tage × 15 km × € 0,30 =

1.035,00 €

Unternehmen Sie an einem Arbeitstag nur eine Hinfahrt zur Arbeitsstätte ohne Rückfahrt von dort zur Wohnung oder nur die Rückfahrt zur Wohnung, aber ohne vorherige Hinfahrt von dort zur Arbeitsstätte, können Sie nur die halbe Entfernungspauschale geltend machen (also € 0,15/km). Das gilt zum Beispiel, wenn Sie morgens in die Firma fahren, von dort eine Auswärtstätigkeit antreten und diese zu Hause beenden (BFH-Urteil vom 7.4.1989, VI R 176/85, BStBl. 1989 II S. 925).

Welche Aufwendungen mit der Pauschale abgegolten sind

Mit der Entfernungspauschale sind sämtliche Aufwendungen abgegolten, die durch den Weg von der Wohnung zur regelmäßigen Arbeitsstätte und durch Familienheimfahrten bei doppelter Haushaltsführung entstehen (§ 9 Abs. 2 Satz 1 EStG). Daher sind die gewöhnlichen Kosten der Fahrzeughaltung nicht zusätzlich zur Pauschale abziehbar: Das sind insbesondere Kosten für Benzin, Öl, Reifen, Inspektionen, Reparaturen, Versicherungsbeiträge (ggf. absetzbar bei den Sonderausgaben, Finanzierungskosten, Kfz-Steuer, Abschreibung, Mautkosten sowie Parkgebühren für das Abstellen des Fahrzeugs während der Arbeitszeit. Ausnahmen gibt es für behinderte Arbeitnehmer. Abgegolten sind auch Aufwendungen infolge Diebstahls des Pkw (FG Hamburg vom 5.7.2006, I 4/06, EFG 2006 S. 1822) sowie Kosten für einen Austauschmotor/Motorschaden (FG München vom 21.4.2009, 13 K 4357/07).

Unfallkosten auf dem Weg zur Arbeitsstätte sind zusätzlich zur Entfernungspauschale als Werbungskosten abziehbar (BMF-Schreiben vom 23.4.2009, DStR 2009 S. 975).

Gleiches gilt für Kosten für gelegentliche Übernachtungen am Arbeitsort, wenn hierfür berufliche Gründe vorliegen (BFH-Urteil vom 5.8.2004, VI R 40/03, BStBl. 2004 II S. 1074), nicht aber Kosten für Verpflegung, egal wie lange Sie von zu Hause abwesend sind.

Eine im Jahr vor der Nutzung des Fahrzeugs gezahlte Leasingsonderzahlung ist mit der Entfernungspauschale abgegolten (BFH-Urteil vom 15.4.2010, VI R 20/08, BStBl. 2010 II S. 805).

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