Freitag, 24.11.2017

Was zu den Steuerberatungskosten zählt

Zu den Steuerberatungskosten zählen alle Aufwendungen, die mit dem Besteuerungsverfahren zusammenhängen. Nachfolgend die wichtigsten Positionen:

Kosten für Software, Computer, Internet

Der Kaufpreis für eine Steuersoftware oder eine Steuerrechtsdatenbank gehört zu Ihren Steuerberatungskosten. Dazu zählt auch der Teil der Jahres-Abschreibung des Computers, der auf die zeitliche Computernutzung für die Steuererklärung entfällt, außer Sie setzen den PC voll als Arbeitsmittel ab. Online-Gebühren für steuerliche Informationen im Internet sind ebenfalls Steuerberatungskosten sowie die kostenpflichtige Signaturkarte bei Übermittlung betrieblicher Steuererklärungen per Elster.

Kosten für steuerliche Fachliteratur

Aufwendungen für steuerliche Fachliteratur zählen zu den Steuerberatungskosten. Dazu gehören der Steuer-Kompass und die Steuertipps als Printprodukt in Ordnern oder Onlineprodukt, ferner Broschüren aus der Reihe Steuertipps Spezial oder andere Bücher zum Thema Steuern, nicht aber Wirtschaftszeitschriften (Capital, Handelsblatt usw.).

Honorar für Hilfeleistungen in Steuersachen

Das Honorar für eine Beratung in steuerlichen Angelegenheiten bei einem Steuerberater, Fachanwalt für Steuerrecht, Rechtsanwalt oder Wirtschaftsprüfer zählt zu den Steuerberatungskosten (auch bei strafbefreiender Selbstanzeige: Verfügung der OFD Münster vom 14.9.2006, DB 2006 S. 2091).

Die nach 2008 angefallenen Kosten für einen Steuerberater wegen einer Selbstanzeige von nicht beim Finanzamt erklärten Kapitaleinkünften aus der Zeit vor 2009 sind leider nicht als Werbungskosten aus Kapitalvermögen absetzbar, da mit dem Sparer-Pauschbetrag alle Werbungskosten abgegolten sind (BFH-Urteil vom 2.12.2014, VIII R 34/13, BStBl. 2015 II S. 387).

Benötigen Sie aufgrund der komplexen Materie die Hilfe eines Steuerberaters, um einen ohne Ihr Verschulden fehlerhaften Steuerbescheid korrigieren zu lassen, muss das Finanzamt Ihnen das Beraterhonorar ersetzen (OLG Celle, Urteil vom 23.8.2012, 16 U 9/12 ).

Der Mitgliedsbeitrag an einen Lohnsteuerhilfeverein gehört ebenfalls dazu (so ausdrücklich noch H 10.8 EStH 2005), der Jahresbeitrag an den Bund der Steuerzahler dagegen nicht (FG Baden-Württemberg vom 30.6.1994, 3 K 114/98, EFG 1994 S. 1036).

Keine Steuerberatungskosten sind Entgelte an Freunde oder Angehörige, die Ihnen bei der Steuererklärung geholfen haben. Ebenso nicht Ihre eigenen Kosten für Schriftwechsel mit dem Finanzamt (FG Rheinland-Pfalz vom 10.3.1988, 3 K 162/84, EFG 1988 S. 415) und die Kosten für das Arbeitszimmer, in dem Sie Ihre Steuererklärung machen (BFH-Urteil vom 4.5.2005, VI B 35/04, BFH/NV 2005 S. 1549).

Fahrtkosten und Unfallkosten

Fahrten zum Finanzamt und zurück sowie Kosten eines Verkehrsunfalls auf einer solchen Fahrt zählen nur dann zu den Steuerberatungskosten, wenn Sie mit dem Finanzbeamten steuerliche Fragen besprechen wollten. Fahren Sie aber nur zum Finanzamt, um Ihre Steuererklärung abzugeben, sind das keine Steuerberatungskosten (FG München vom 5.12.1991, 10 K 376/90, EFG 1992 S. 257). Für Fahrten zum Steuerberater und zum Lohnsteuerhilfeverein gilt Vergleichbares (H 10.8 EStH 2005). Ihre Fahrtkosten berechnen Sie wie bei Auswärtstätigkeit .

Kosten für Prozesse und Rechtsschutzversicherung

Kosten für die Einschaltung eines Rechtsanwaltes oder Steuerberaters bei einem Prozess vor dem Finanzgericht oder dem Bundesfinanzhof zählen zu den Steuerberatungskosten. Die im Falle des Unterliegens zu zahlenden Gerichtskosten sind zwar keine Steuerberatungskosten (BFH-Urteil vom 26.7.2005, XI B 93/03, BFH/NV 2005 S. 2001). Sind die Aufwendungen, die Gegenstand des Prozesses waren, aber als Werbungskosten/Betriebsausgaben absetzbar, gilt das auch für die Gerichtskosten (BFH-Urteil vom 13.4.2010, VIII R 27/08, BFH/NV 2010 S. 2038). Vertreten Sie sich vor dem Finanzgericht selbst, sind Ihre Fahrtkosten nicht absetzbar (FG Münster vom 27.4.1994, 8 K 4389/92 E, EFG 1995 S. 434).

Kosten für eine Verteidigung in einem Steuerstrafverfahren sind keine Steuerberatungskosten, können aber Betriebsausgaben sein, wenn die Straftat betriebliche Steuern (z.B. Umsatzsteuer) betrifft (BFH-Urteil vom 20.9.1989, X R 43/86, BStBl. 1990 II S. 20). Die Kosten für das erstmalige Erstellen oder die Korrektur von Steuererklärungen nach Eröffnung des Strafverfahrens sind dagegen Steuerberatungskosten (Verfügung der OFD Frankfurt vom 3.3.2010 , Az. S 2221 A-37-St 218).

Nicht unter die Steuerberatungskosten fallen Rechtsanwaltskosten, um von Ihrem Ex-Ehegatten die Zustimmung zum Realsplitting zu erreichen (BMF-Schreiben vom 21.12.2007, DStR 2008 S. 50Rz. 2).

Der Teil der Versicherungsprämie für Ihre Rechtsschutzversicherung, der auf den Steuerrechtsschutz entfällt, können Sie als Steuerberatungskosten absetzen, wenn Sie ihn mit einer Bescheinigung Ihrer Versicherung nachweisen können.

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