Freitag, 22.09.2017

Die Altersgrenze

Der letzte ungeprüfte Monat beim Kindergeld und den Freibeträgen für Kinder (Kinderfreibetrag und Erziehungsfreibetrag) ist der Monat, in dem Ihr Kind sein 18. Lebensjahr vollendet. Ab dem folgenden Monat gibt es Kindergeld bzw. die Freibeträge für Kinder nur noch, wenn weitere Voraussetzungen vorliegen wie die Einhaltung bestimmter Berücksichtigungsgründe und Altersgrenzen. Seit 2012 spielt das Einkommen des Kindes keine Rolle mehr. Diese Voraussetzungen werden im Programm als sog. Antragsgründe abgefragt.

Haben Sie nur während einiger Monate Anspruch auf Kindergeld oder entfällt er für das ganze Jahr, können Sie Ihre Unterhaltsleistungen an Ihr Kind als außergewöhnliche Belastung absetzen.

Die maximale Altersgrenze beim Kindergeld und bei den Freibeträgen für Kinder ist 2007 von 27 auf 25 Jahre gesenkt worden. Ein Kind kann somit grundsätzlich letztmals in dem Monat berücksichtigt werden, in dem es sein 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hat (§ 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 EStG). Vollendet wird das 25. Lebensjahr mit Ablauf des Tages vor dem 25. Geburtstag. Aufgrund einer Übergangsregelung gilt dies aber erst für ab dem 2.1.1983 geborene Kinder.

Für früher geborene Kinder gilt aus Vertrauensschutzgründen eine höhere Altersgrenze (§ 52 Abs. 40 Satz 7–9 EStG):

  • Für Kinder, die in der Zeit vom 2.1.1982 bis einschließlich 1.1.1983 geboren wurden, gibt es Kindergeld noch bis vor Vollendung des 26. Lebensjahres.

  • Für Kinder, die in der Zeit bis einschließlich 1.1.1982 geboren wurden, gibt es Kindergeld wie bisher bis vor Vollendung des 27. Lebensjahrs.

Die gegen die Absenkung der Altersgrenze von 27 auf 25 Jahre eingelegte Verfassungsbeschwerde (Az. 2 BvR 2875/10) wurde vom Gericht nicht zur Entscheidung angenommen. Inzwischen ist aber eine neue Beschwerde anhängig (Az. 2 BvR 646/14). Betroffene Eltern sollten daher unter Hinweis auf dieses Verfahren Einspruch gegen die Ablehnung des Kindergeldes bzw. die Ablehnung der Freibeträge für Kinder im Steuerbescheid einlegen.

Die jeweilige Altersgrenze von 21 (nur bei Arbeitslosigkeit) und 25 (bzw. 26 oder 27) Jahren verschiebt sich nach hinten, wenn Ihr Kindergeldanspruch nach dem 18. Geburtstag Ihres Kindes wegen eines der folgenden Dienste unterbrochen war (§ 32 Abs. 5 EStG):

  • gesetzlicher Grundwehr- oder Zivildienst (auch in Mitgliedstaaten der EU bzw. des EWR);

  • freiwilliger Wehrdienst von höchstens drei Jahren anstelle des gesetzlichen Grundwehrdienstes. Die Ableistung des nach Aussetzung der allgemeinen Wehrpflicht ab 1.7.2011 eingeführten freiwilligen Wehrdienstes führt aber nicht zu einer Verlängerung des Kindergeldanspruchs (FG Münster vom 27.10.2014, 5 K 2339/14 Kg, EFG 2015 S. 574);

  • eine vom Grundwehr- oder Zivildienst befreiende Tätigkeit als Entwicklungshelfer.

Der Zeitraum mit Kindergeldanspruch verlängert sich höchstens um die Dauer des inländischen bzw. im EU-/EWR-Ausland ausländischen Grundwehr- bzw. Zivildienstes, wobei auch die Dienstmonate mitzählen, die nach der Ende 2010 erfolgten Verkürzung der deutschen Wehrpflicht- bzw. Zivildienstzeit auf sechs Monate freiwillig zusätzlich geleistet wurden (Verfügung der OFD Münster vom 15.12.2011, DStR 2012 S. 606).

Wurde für den Monat des Dienstbeginns noch Kindergeld gezahlt, darf der Verlängerungszeitraum nicht um diesen Monat gekürzt werden (BFH-Urteil vom 5.9.2013, XI R 7/12, BStBl. 2014 II S. 37).

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