Freitag, 24.11.2017

Was sind Zuwendungen?

Zuwendungen sind Spenden und Mitgliedsbeiträge. Spenden sind gemäß § 10b Abs. 3 EStG Geld-, Sach- und Aufwandsspenden. Zu den Mitgliedsbeiträgen an begünstigte Organisationen zählen auch Aufnahmegebühren und Mitgliedsumlagen.

Als Geldspende gilt nicht nur eine Zahlung mit Bargeld, Scheck oder per Überweisung, sondern auch der Verzicht auf die Bezahlung einer erbrachten Lieferung oder Leistung. Das ändert aber beim Spender nichts an der steuerlichen Behandlung des Gegenwerts als Einnahme.

Auch Sachspenden sind steuerlich abziehbar (§ 10b Abs. 3 Satz 1 EStG), wenn die gespendete Sache vom Empfänger für steuerbegünstigte Satzungszwecke verwendet wird (z.B. Spende von Trikots an den Sportverein, von Altkleidern an das DRK zwecks Verteilung an Bedürftige) und nicht für dessen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb (etwa für Flohmärkte oder Vereinsfeste). Blutspenden an das Deutsche Rote Kreuz sowie Organspenden nach dem Tod sind keine Sachspenden. In der Zuwendungsbestätigung muss der Spendenempfänger die gespendete Sache genau bezeichnen und deren Wert angeben. Der Wert bei gebrauchten Gegenständen wird bestimmt durch den erzielbaren Verkaufspreis bzw. durch den Buchwert, wenn ein Verkauf steuerpflichtig wäre (etwa weil die einjährige Spekulationsfrist nach § 23 EStG noch nicht abgelaufen ist, § 10b Abs. 3 Satz 3 EStG) bzw. bei Entnahme aus Ihrem Betriebsvermögen durch den Entnahmewert (§ 10b Abs. 3 Satz 2 EStG). Die bei der Entnahme angefallenen Umsatzsteuer dürfen Sie zusätzlich als Spende abziehen (R 10b.1 Abs. 1 Satz 4 EStR 2012). Bei Zahngoldspenden der Patienten für karitative Zwecke ist der Zahnarzt als weiterleitende Stelle nicht zum Spendenabzug berechtigt, sondern nur der Patient (Verfügung der OFD Magdeburg vom 20.8.2013, DStR 2014 S. 703).

Aufwandsspenden sind steuerlich absetzbar, wenn Sie dafür eine Zuwendungsbestätigung erhalten. Das ist möglich für eigene Kosten, die Ihnen bei der ehrenamtlichen Arbeit entstehen (etwa für Fahrten, Porto, Telefon, Arbeitsmaterialien, Verpflegung bei Vereinstagungen), oder für die ehrenamtliche Arbeit selbst. Beides setzt aber voraus, dass Sie einen angemessenen Anspruch auf Aufwendungsersatz (z.B. in Höhe der Reisekostenpauschale) bzw. auf eine Vergütung (z.B. in Höhe der steuerfreien Ehrenamtspauschale nach § 3 Nr. 26a EStG) haben, der Ihnen durch Vertrag oder Organisationssatzung vor Beginn Ihrer Tätigkeit eingeräumt wurde (BMF-Schreiben vom 25.11.2014, BStBl. 2014 I S. 1584). Auch ein Vorstandsbeschluss ist zulässig, sofern der Vorstand dazu durch die Satzung ermächtigt ist. Für die Spende müssen Sie auf Ihren Ersatzanspruch bedingungslos und zeitnah zugunsten der Organisation (Verein etc.) verzichten. Ihr Anspruch darf aber nicht an eine Verzichtsbedingung geknüpft sein (§ 10b Abs. 3 Satz 5, 6 EStG).

Bleibt Arbeitslohn lohnsteuerfrei, auf dessen Auszahlung Arbeitnehmer zugunsten einer Spende des Arbeitgebers in Katastrophenfällen verzichtet haben, ist dies beim Arbeitnehmer nicht als Sonderausgabe absetzbar (BMF-Schreiben vom 28.11.2013, BStBl. 2013 I S. 1503).

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