Sonntag, 31.08.2014

Neues Teileinkünfteverfahren für betriebliche Beteiligungen

Für betriebliche Beteiligungserträge gilt seit 2009 anstelle des Halbeinkünfteverfahrens das sog. Teileinkünfteverfahren (§ 3 Nr. 40 Satz 2 EStG i.V.m. § 20 Abs. 8 EStG). Freiberufler oder Gewerbetreibende, die ihre Beteiligungen im gewillkürten oder notwendigen Betriebsvermögen halten, haben daher Steuervorteile gegenüber Privatanlegern.

Infolge des Teileinkünfteverfahrens sind nur 60 % der begünstigten Kapitalerträge im Betriebsvermögen steuerpflichtig und damit 40 % steuerfrei. Verluste werden umgekehrt nur zu 60 % steuerlich berücksichtigt. Besteuert wird mit dem persönlichen Grenzsteuersatz des Betriebsinhabers im Rahmen seiner Einkommensteuerveranlagung.

Das Teileinkünfteverfahren gilt für Beteiligungserträge im Sinne des § 20 Abs. 1 Nr. 1 und 9 EStG, die Ihnen seit 2009 zufließen. Dazu zählen insbesondere:

  • Dividenden und sonstige Gewinnausschüttungen sowie Veräußerungsgewinne bzw. -verluste aus Aktien, GmbH-Anteilen, aktienähnlichen Genussrechten und Genossenschaftsanteilen im Betriebsvermögen (§ 3 Nr. 40 Bstb. a, d bis h EStG);
  • ausgeschüttete und thesaurierte Dividenden aus betrieblichen Anteilen an Investmentfonds (§ 2 Abs. 2 InvStG) sowie die in den Erlösen aus der Rückgabe oder dem Verkauf betrieblicher Investmentanteile enthaltenen Aktiengewinne (§ 8 Abs. 1 InvStG);
  • der Gewinn aus der Veräußerung einer wesentlichen Beteiligung von mindestens 1 % an einer GmbH oder AG im Privatvermögen (§ 3 Nr. 40 Bstb. c EStG). Dieser Gewinn zählt nicht zu den Einkünften aus Kapitalvermögen, sondern zu den Einkünften aus Gewerbebetrieb (§ 17 EStG).

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