Samstag, 28.05.2016

Ermäßigte Besteuerung mit dem Teileinkünfteverfahren

Das Halbeinkünfteverfahren insbesondere für Aktiendividenden und Gewinne aus Aktienverkäufen ist ab 2009 für Privatanleger ersatzlos gestrichen worden. Das bedeutet, dass Dividenden und realisierte Kursgewinne aus Aktien bei Zufluss ab 2009 in voller Höhe steuerpflichtig sind sowie Kursverluste steuerlich voll angesetzt werden können. Der Steuersatz beträgt 25 %.

Für betriebliche Beteiligungserträge gilt seit 2009 anstelle des Halbeinkünfteverfahrens das sog. Teileinkünfteverfahren (§ 3 Nr. 40 Satz 2 EStG i.V.m. § 20 Abs. 8 EStG). Freiberufler oder Gewerbetreibende, die ihre Beteiligungen an Kapitalgesellschaften oder Genossenschaften im gewillkürten oder notwendigen Betriebsvermögen halten, haben daher Steuervorteile gegenüber Privatanlegern.

Infolge des Teileinkünfteverfahrens sind nur 60 % der begünstigten Kapitalerträge im Betriebsvermögen steuerpflichtig und damit 40 % steuerfrei. Betriebsausgaben können dafür nur zu 60 % steuerlich berücksichtigt werden (§ 3c Satz 2 EStG). Besteuert werden die Einkünfte mit dem persönlichen Grenzsteuersatz des Betriebsinhabers im Rahmen seiner Einkommensteuerveranlagung. Den Sparer-Pauschbetrag gibt es für betriebliche Kapitalerträge nicht.

Das Teileinkünfteverfahren gilt für betriebliche Beteiligungserträge i.S.des § 20 Abs. 1 Nr. 1 und 9 EStG. Dazu zählen insbesondere:

  • Dividenden und sonstige Gewinnausschüttungen sowie Veräußerungsgewinne bzw. -verluste aus Aktien, GmbH-Anteilen, aktienähnlichen Genussrechten und Genossenschaftsanteilen im Betriebsvermögen (§ 3 Nr. 40 Bstb. a, d bis h EStG);

  • ausgeschüttete und thesaurierte Dividenden aus betrieblichen Anteilen an Investmentfonds (§ 2 Abs. 2 InvStG) sowie die in den Erlösen aus der Rückgabe oder dem Verkauf betrieblicher Investmentanteile enthaltenen Aktiengewinne (§ 8 Abs. 1 InvStG);

  • der Gewinn aus der Veräußerung einer wesentlichen Beteiligung von mindestens 1 % an einer GmbH oder AG im Privatvermögen (§ 3 Nr. 40 Bstb. c EStG). Dieser Gewinn zählt nicht zu den Einkünften aus Kapitalvermögen, sondern zu den Einkünften aus Gewerbebetrieb (§ 17 EStG).

    Verluste aus der Veräußerung solcher Beteiligungen unterliegen seit 2011 grundsätzlich dem Teileinkünfteverfahren mit einer steuerlichen Berücksichtigung von nur 60 % (§ 3c Abs. 2 Satz 2 EStG).

Gehört eine GmbH-Beteiligung zum Privatvermögen und ist der Gesellschafter zu mindestens 25 % an der GmbH beteiligt oder bei mindestens 1 %iger Beteiligung für die Gesellschaft beruflich tätig, können auf Antrag die Gewinnausschüttungen mit dem persönlichen Steuersatz gemäß dem Teileinkünfteverfahren besteuert und Werbungskosten abgesetzt werden.

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