Freitag, 24.11.2017

Die Anlage Vorsorgeaufwand 2015

Ihre Versicherungsbeiträge müssen Sie in das Formular Anlage Vorsorgeaufwand eintragen. Ehepartner mit Zusammenveranlagung geben hier gemeinsam ihre Vorsorgeaufwendungen an. Die folgenden Ausführungen gelten auch für eingetragene Lebenspartner (Homo-Ehe).

Unter Angaben zu Vorsorgeaufwendungen tragen Sie für sich und Ihren Ehepartner Ihre gesamten gezahlten Versicherungsbeiträge in die dafür vorgesehenen Zeilen ein. Von den Beiträgen abziehen müssen Sie erhaltene steuerfreie Zuschüsse Ihres Arbeitgebers oder des Rentenversicherungsträgers (auch wenn sie Leistungen über den Basisschutz hinaus betreffen), Beitragsrückzahlungen und ausgezahlte Gewinnanteile.

Unter Beiträge zur Altersvorsorge tragen Sie in die Zeilen 4 bis 9 Ihre Altersvorsorgeaufwendungen ein, z.B. den Arbeitnehmeranteil zur gesetzlichen Rentenversicherung lt. Nr. 23 der Lohnsteuerbescheinigung in die Zeile 4 und den Arbeitgeberanteil bzw. -zuschuss lt. Nr. 22 in die Zeile 8 und die Rürup-Rente in Zeile 7. In Zeile 9 brauchen Sie den Pauschalbeitrag des Arbeitgebers zur gesetzlichen Rentenversicherung für einen 450-Euro-Job nur anzugeben, wenn dies steuerlich für Sie günstiger ist. Das trifft z.B. zu, wenn Minijobber eigene Rentenversicherungsbeiträge zahlen und den 450-Euro-Job in einem Privathaushalt ausüben oder der Arbeitslohn aus dem 450-Euro-Job unter der Mindestbeitragsbemessungsgrenze von 175,00 € monatlich liegt. Denn in diesen Fällen ist der die Vorsorgeaufwendungen mindernde pauschale Rentenversicherungsbeitrag des Arbeitgebers nur gering.

Aufgrund Ihrer Angaben in Zeile 10 ermittelt das Finanzamt den Höchstbetrag für sonstige Vorsorgeaufwendungen.

In der Lohnsteuerbescheinigung unter den Nrn. 25 und 26 ausgewiesene Arbeitnehmerbeiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung gehören in die Zeilen 11 und 13, wobei bei pflichtversicherten Arbeitnehmern unter den Nummern 25 und 26 bereits der vom Arbeitnehmer selbst getragene Anteil an den Beiträgen eingetragen ist. Bei freiwillig versicherten Arbeitnehmern ist unter den Nummern 25 und 26 jeweils der an die Kranken- und Pflegeversicherung zu zahlende Gesamtbeitrag eingetragen, wenn der Arbeitgeber die Beiträge an die Krankenkasse abführt (sog. Firmenzahler). Führt der Arbeitnehmer die Beiträge an die Krankenkasse ab (sog. Selbstzahler), sind unter Nummer 25 und 26 der Lohnsteuerbescheinigung keine Eintragungen vom Arbeitgeber vorzunehmen.

Für Zusatzbeiträge zur Krankenversicherung gibt es im Formular 2015 keine eigene Zeile mehr, sodass kein getrennter Ausweis mehr erfolgen muss. Krankenversicherungsbeiträge ohne Anspruch auf Krankengeld gehören in Zeile 12 (diese Beiträge werden zu 100 % und nicht nur zu 96 % berücksichtigt). Von der Krankenkasse erstattete Beiträge tragen Sie in Zeile 14, darin enthaltene Beiträge zur Pflegeversicherung (und ggf. Beiträge zur Krankenversicherung ohne Anspruch auf Krankengeld) zusätzlich in Zeile 15 ein.

Begünstigte gesetzliche Beiträge zur Basisabsicherung, die nicht in einer Lohnsteuerbescheinigung ausgewiesen sind, tragen zum Beispiel Rentner in die Zeilen 16 und 18 ein. Besteht ausnahmsweise Anspruch auf Krankengeld, ist auch Zeile 17 auszufüllen. Erstattete Beiträge gehören in Zeile 19, Zuschüsse zu den Beiträgen (z.B. von der Deutschen Rentenversicherung) in Zeile 21. In die Zeilen 31 ff. gehören absetzbare Beiträge zu ausländischen Kranken- und Pflegeversicherungen abzüglich steuerfreier Zuschüsse.

In Zeile 22 geben Sie (abzüglich erstatteter Beiträge) Beiträge für Wahlleistungen oder Zusatzversicherungen an, die nicht zur gesetzlichen Basiskrankenversicherung gehören.

Beiträge zur privaten Krankenversicherung für die Basisabsicherung sind in Zeile 23 einzutragen, die Beiträge zur privaten Pflege-Pflichtversicherung in Zeile 24, erstattete Basis-Beiträge in Zeile 25, Zuschüsse dafür in Zeile 26.

Beiträge oder Beitragsanteile, die über die private Basisabsicherung hinausgehen (z.B. für Wahlleistungen oder Zusatzversicherungen) tragen Sie in Zeile 27 und Beiträge für freiwillige zusätzliche Pflegeversicherungen in Zeile 28 ein (jeweils abzüglich erstatteter Beiträge).

Freiwillig gesetzlich und privat Krankenversicherte tragen in die Zeilen 37 bis 39 die steuerfreien Arbeitgeberzuschüsse laut Nr. 24a-c der Lohnsteuerbescheinigung ein, die den gezahlten Gesamtbeitrag mindern. Vom so verminderten Beitrag berücksichtigt das Finanzamt 96 % als begünstigte Beiträge, wenn Anspruch auf Krankengeld besteht.

Bei pflichtversicherten Arbeitnehmern enthält die Nr. 24 der Lohnsteuerbescheinigung keinen Eintrag, bei freiwillig versicherten Arbeitnehmern den Arbeitgeberzuschuss.

Tragen Sie als Versicherungsnehmer Beiträge für die Kranken- oder Pflegeversicherung des von Ihnen (mit)versicherten Kindes, für das kein Anspruch auf Kindergeld oder Kinderfreibetrag besteht, sind diese bei Ihnen als Vorsorgeaufwendungen absetzbar und gehören in die Zeilen 40 bis 45. Besteht ein Anspruch auf Kindergeld oder Kinderfreibetrag, tragen Sie die Beiträge in die Zeilen 31 bis 37 der Anlage Kind ein. Das gilt auch für von Ihnen im Rahmen der Unterhaltspflicht übernommene Beiträge zur Basisabsicherung, die Ihr Kind als Versicherungsnehmer schuldet. Machen Sie diese Beiträge geltend, kann Ihr Kind sie nicht als Vorsorgeaufwendungen absetzen.

In die Zeilen 46 bis 52 unter Weitere sonstige Vorsorgeaufwendungen tragen Sie für sich und ggf. Ihren Ehepartner die nur begrenzt abzugsfähigen sonstigen Vorsorgeaufwendungen ein (z.B. Beiträge zu Berufsunfähigkeitsversicherungen), abzüglich erhaltene steuerfreie Zuschüsse, Beitragsrückzahlungen und ausgezahlte Gewinnanteile.

Angestellte im öffentlichen Dienst tragen die Beiträge zur Zusatzversorgung, zum Beispiel zur VBL, in die Zeile 52 Rentenversicherungen ohne Kapitalwahlrecht ... ein, wenn keine Kapitalisierung der späteren Leistungen möglich ist. Das gilt aber nur für Ihren Beitrag und den Teil des Beitrags Ihres Arbeitgebers, den Sie normal versteuern.

Die Zeilen 53 bis 57 ausfüllen müssen nicht rentenversicherungspflichtige Arbeitnehmer. Die Angaben benötigt das Finanzamt für die Günstigerprüfung.

Ihre Beiträge für die Riester-Rente tragen Sie nicht in die Anlage Vorsorgeaufwand, sondern in die Anlage AV ein.

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