Freitag, 24.11.2017

Die Neuregelung ab 2009

Gewinne oder Verluste aus privaten Veräußerungsgeschäften gemäß § 23 EStG gehören zu den sog. sonstigen Einkünften (§ 22 Nr. 2 EStG). Sie liegen nur dann vor, wenn der Veräußerungsgewinn bzw. -verlust keiner anderen Einkunftsart zuzuordnen ist. Beispielsweise zählen Veräußerungsgewinne aus dem Betriebsvermögen zu den Einkünften aus Gewerbebetrieb oder selbstständiger Arbeit.

Seit 2009 haben die Einkünfte aus privaten Veräußerungsgeschäften entscheidend an Bedeutung verloren, weil die Wertpapiergeschäfte aus dem Katalog des § 23 EStG herausgenommen und zu den Einkünften aus Kapitalvermögen gemäß § 20 EStG verschoben wurden. Übrig geblieben sind die folgenden Veräußerungsgeschäfte, für die es weiterhin eine Spekulationsfrist gibt. Nach deren Ablauf bleibt ein Veräußerungsgewinn steuerfrei und ein Veräußerungsverlust kann steuerlich nicht mehr geltend gemacht werden:

  • Veräußerung fremdgenutzter Immobilien innerhalb von 10 Jahren (§ 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG);

  • Veräußerung von vor 2009 erworbenen Wertpapieren bzw. Beendigung von vor 2009 eingegangenen Rechten aus Termingeschäften innerhalb eines Jahres (§ 52a Abs. 10 Satz 1 ff. EStG);

  • Veräußerung sonstiger privater Wirtschaftsgüter innerhalb eines Jahres (§ 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG). Dazu zählen insbesondere Wertgegenstände (z.B. Goldbarren), Devisen (z.B. US-Dollar-Bestände), vermietete Transportmittel (z.B. Container) und in einer Übergangszeit auch Gegenstände des täglichen Gebrauchs (z.B. Pkw). Die Spekulationsfrist steigt auf 10 Jahre, wenn Sie mit den genannten Gütern Einkünfte erzielt haben.

Innerhalb der Spekulationsfristen erzielte Veräußerungsgewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften ab der Freigrenze von 600,00 € sind steuerpflichtig und werden im Rahmen der Einkommensteuererklärung mit Ihrem persönlichen Steuersatz besteuert. Sie gehen also in Ihr zu versteuerndes Einkommen ein und unterliegen damit nicht der Abgeltungsteuer. Veräußerungsverluste dürfen nur mit Gewinnen gemäß § 23 EStG verrechnet werden.

Steuerpflichtige private Veräußerungsgeschäfte sind auch ab 2009 in der Steuererklärung auf der Rückseite der Anlage SO aufzuführen.

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