Freitag, 22.09.2017

Tätigkeit außerhalb der ersten Tätigkeitsstätte

Viele Arbeitnehmer sind nicht nur an ihrem festen Arbeitsplatz, sondern auswärts beruflich tätig. Seit 2008 werden unter dem Oberbegriff beruflich veranlasste Auswärtstätigkeit Dienstreisen, Einsatzwechseltätigkeiten und Fahrtätigkeiten zusammengefasst und steuerlich gleich behandelt.

Eine Auswärtstätigkeit in Form einer Diensteise liegt vor, wenn Sie aus beruflichen Gründen vorübergehend außerhalb Ihrer Wohnung und außerhalb Ihrer ersten Tätigkeitsstätte zu tun haben und es sich nicht um eine Familienheimfahrt bei doppelter Haushaltsführung handelt (§ 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4a Satz 1 EStG). Bei Angestellten ist die erste Tätigkeitsstätte im Regelfall der Arbeitsplatz im Betrieb, bei Beamten der Schreibtisch in der Behörde, bei Lehrern die Schule.

Sind Sie bei Ihrer individuellen Tätigkeit typischerweise nur auf einem Fahrzeug tätig, gilt die Zeit auf dem Fahrzeug als Auswärtstätigkeit, da ein Fahrzeug keine ortsfeste Einrichtung ist und damit keine erste Tätigkeitsstätte sein kann. Auf einem Fahrzeug tätig sind insbesondere Berufskraft-/Lkw-Fahrer, Linienbusfahrer, Straßenbahnführer, Taxifahrer, Müllfahrzeugführer, Lokführer und Zugbegleitpersonal sowie Piloten und Seeleute.

Näheres zum Begriff der ersten Tätigkeitsstätte finden Sie im Beitrag zur Entfernungspauschale. Dort finden Sie auch Erläuterungen dazu, ob und wo Zeitarbeitnehmer, Außendienstmitarbeiter, Berufskraftfahrer usw. eine erste Tätigkeitsstätte haben.

Hat ein Arbeitnehmer keine erste Tätigkeitsstätte, sind alle seine beruflichen Tätigkeiten außerhalb der eigenen Wohnung Auswärtstätigkeiten und keine Tätigkeiten an der ersten Tätigkeitsstätte. Das hat Auswirkungen auf die abzurechnenden Fahrtkosten und sonstigen Kosten. Bei einer Auswärtstätigkeit kann man höhere Kosten (= Reisekosten) steuerlich geltend machen als bei einer Fahrt zur ersten Tätigkeitsstätte. Die Auswärtstätigkeit beginnt mit der Abfahrt von zu Hause bzw. von der ersten Tätigkeitsstätte und sie endet mit der Rückkehr dorthin.

In der Steuererklärung tragen Sie Ihre Reisekosten in der Anlage N unter Reisekosten bei beruflich veranlassten Auswärtstätigkeiten ein. Dabei sind die Fahrt-, Übernachtungs- und Reisenebenkosten als Summe anzugeben und getrennt davon in eigenen Formularzeilen der Mehraufwand für Verpflegung.

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