Mittwoch, 08.02.2012

Fiskus kann wegen Softwarechaos Steuern nicht zurückzahlen

02.08.2010

Hunderttausende Privatanleger warten nach Zeitungsinformationen auf die Erstattung von zu viel gezahlten Kapitalsteuern aus 2009. Grund seien Softwareprobleme des Fiskus, berichtete die "Financial Times Deutschland" (Montagsausgabe) unter Berufung auf mehrere Landesfinanzministerien. Die Panne trifft demnach Anleger, die in ihrer Steuererklärung die sogenannte Anlage KAP (Einkünfte aus Kapitalvermögen) ausgefüllt haben. In vielen Fällen seien die Amtscomputer unfähig, diese Erklärungen zu bearbeiten.

Die Probleme gehen laut dem Blatt auf die Anfang vergangenen Jahres eingeführte Abgeltungsteuer zurück. Eigentlich sollte der Systemwechsel helfen, die Versteuerung von Aktiengewinnen und Zinseinkünften zu vereinfachen. Stattdessen verzögere sich bei vielen Kleinanlegern die Steuerrückzahlung nun schon seit Monaten. Im Frühjahr seien zunächst Großbanken wie die Deutsche Bank oder die Commerzbank mit der Umstellung ihrer IT-Systeme überfordert gewesen, berichtete die FTD. Kunden erhielten ihre Steuerbescheinigung verspätet - und konnten ihrerseits ihre Steuererklärung nicht rechtzeitig beim Fiskus abgeben.

Nun aber seien die Finanzämter selbst mit der Systemänderung überfordert. Zwar hieße es dort, es gehe nur um "Einzelfälle". Der Deutsche Steuerberaterverband hingegen schätzt laut FTD, dass mindestens eine Million Steuerzahler betroffen ist. Wann die Finanzministerien die Probleme in den Griff bekommen, sei offen.

© AFP - Agence France Presse

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