Für die Inanspruchnahme einer Kundenservicehotline dürfen keine Kosten anfallen, die über einen gewöhnlichen Flatrate-Tarif hinausgehen. Das hat das Landgericht (LG) München I mit Urteil vom 01.08.2018 (37 O 15341/17) entschieden, wie die Verbraucherzentrale Bayern mitteilt, die in dem Verfahren gegen den Pay-TV-Anbieter Sky geklagt hatte.

Dieser bot nach Angaben der Verbraucherzentrale eine kostenpflichtige 01806-Kundenservicehotline an. Wer die Hotline anrief, habe pauschal 0,20 Euro je Anruf aus dem deutschen Festnetz zahlen müssen und 0,60 Euro je Anruf aus dem Mobilfunknetz. Nach Auffassung der Verbraucherzentrale Bayern übersteigen diese Kosten das Entgelt für die bloße Nutzung des Telekommunikationsdienstes, was rechtlich unzulässig sei.

Das LG München habe dem zugestimmt. Die Kosten, die für die Servicehotline veranschlagt worden seien, seien zu hoch. Das Gericht habe europarechtliche Vorgaben berücksichtigt, wonach zur Beurteilung der üblichen Kosten auf den Grundtarif abzustellen sei. Hierunter seien nach Ansicht des LG die gängigen Telefonkosten eines Nutzers zu verstehen. Da diese heutzutage regelmäßig auf Flatrate-Tarifen beruhten, überschritten die veranschlagten Entgelte nach Ansicht des LG München I die üblicherweise anfallenden Telefonkosten.

Laut Verbraucherzentrale ist das Urteil des LG München I noch nicht rechtskräftig. Es bleibe abzuwarten, ob Sky in Berufung geht.

Verbraucherzentrale Bayern, PM vom 22.08.2018


Das könnte Sie interessieren: