Im Rahmen eines Verkehrsunfalles sollte die Regulierungsbereitschaft der gegnerischen Haftpflichtversicherung abgewartet werden, bevor man vorschnell die eigene Vollkaskoversicherung in Anspruch nimmt. Ansonsten läuft man Gefahr, auf einem etwaigen Rückstufungsschaden sitzen zu bleiben, wie ein vom Amtsgericht (AG) Ansbach entschiedener Fall zeigt.

Das Gericht hatte Ende 2017 über die Klage einer Frau zu entscheiden, die Ersatz für die Rückstufung in ihrer Vollkaskoversicherung verlangte. Am 07.11.2017 hatte sich auf der Autobahn ein Unfall zwischen dem Pkw der Frau und dem Pkw eines Mannes ereignet. Die alleinige Schuld an dem Unfall trug dabei der Mann. Die Versicherung des Mannes schrieb die Frau am 28.11.2016 an, um die Schadensabwicklung vorzunehmen. Am 01.12.2016 teilte die Frau dieser Versicherung dann mit, dass sie die Abrechnung des Unfallschadens bereits über ihre eigene Vollkaskoversicherung vorgenommen habe, weil sich die verantwortliche Versicherung nicht unverzüglich bei ihr gemeldet habe und sie auf das Geld angewiesen gewesen sei. Durch die Inanspruchnahme der eigenen Vollkaskoversicherung sei ihr für das Jahr 2017 ein Schaden durch die Rückstufung in der Versicherung in Höhe von 166,90 Euro entstanden. Dieser Rückstufungsschaden entstehe auch in zukünftigen Jahren und belaufe sich auf insgesamt 1.909,99 Euro.

Das AG Ansbach hat die Klage der Frau abgewiesen. Die Klägerin habe die Regulierungsbereitschaft der gegnerischen Versicherung nicht hinreichend abgewartet und vorschnell über die eigene Vollkaskoversicherung abgerechnet. Dadurch habe sie gegen ihre Pflicht zur Geringhaltung des Schadens verstoßen. Sie habe auch nicht beweisen können, dass sie dringend auf das Geld angewiesen gewesen sei.

Das Urteil des AG Ansbach ist rechtskräftig, nachdem das Landgericht Ansbach es bestätigt hat.

Amtsgericht Ansbach, Urteil vom 24.11.2017, 4 C 987/17, rechtskräftig


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