Wegen des Lärms einer Baustelle in unmittelbarer Nähe zu einem Beach- und Golf-Club in Florida hat das Landgericht (LG) einem Reisenden eine hälftige Minderung des Reisepreises zugesprochen. Darüber hinaus bejahte das Gericht eine Minderung von zehn Prozent, weil der Reiseveranstalter vorab nicht über die Großbaustelle informiert hatte.

Der Kläger für sich und weitere Personen einen 15-tägigen Hotelaufenthalt in einem Beach- und Golf-Club in Florida gebucht. Vor den vier Zimmern der Reisegruppe befand sich in einem Abstand von rund 15 Metern Luftlinie eine Großbaustelle. Dort wurden Baufahrzeuge und Baumaschinen eingesetzt (unter anderem Bagger, Raupen, Presslufthämmer und Kipplader). Mit Ausnahme der Sonntage begannen die Arbeiten um 6.30/7.00 Uhr und endeten nicht vor 22.00 Uhr. Der beklagte Reiseveranstalter hatte vor Beginn der Reise nicht auf die Baustelle hingewiesen. Außerdem war das Leitungswasser während der ersten vier Reisetage wegen eines Wasserrohrbruchs verunreinigt und nicht nutzbar.

Das LG sprach dem Kläger für die betroffenen Tage wegen des Baulärms eine Minderung von 50 Prozent des Reisepreises und wegen des teilweise verunreinigten Leitungswassers eine weitere Minderung von fünf Prozent zu. Darüber hinaus bejahte das Gericht eine Minderung von zehn Prozent, weil der Reiseveranstalter den Kläger nicht über die Großbaustelle informiert hatte. Wegen der Verletzung dieser Informationspflicht hätten die Reisenden nicht entscheiden können, ob sie unter den gegebenen Umständen die Reise antreten wollten oder nicht. Schließlich sprach das LG eine Entschädigung wegen nutzlos aufgewendeter Urlaubszeit zu. Aufgrund des massiven Baulärms sei die Reise, für welche die Reisenden ihre Urlaubszeit aufgewendet hätten, erheblich beeinträchtigt gewesen.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Landgericht Frankfurt am Main, Urteil vom 22.05.2019, 2-24 O 106/17, nicht rechtskräftig


Das könnte Sie interessieren: