Mit insgesamt 144.005 Verdachtsmeldungen (2019: 114.914) gingen rund ein Viertel mehr Verdachtsmeldungen bei der Financial Intelligence Unit (FIU) ein als im Vorjahr. Das berichtet der Zoll auf seiner Internetseite.

Damit setzte sich der bereits 2019 verzeichnete Trend fort. Mit einem absoluten Zuwachs von rund 29.000 Meldungen stellt dies in der Gesamtbetrachtung den zweithöchsten Anstieg innerhalb eines Jahres dar. In den letzten zehn Jahren hat sich das jährliche Meldeaufkommen mehr als verzwölffacht.

Die Meldungen aus dem Finanzsektor seien weiterhin hoch, Notare und Immobilienmakler meldeten mehr, und die Meldungen mit Bezug zu Kryptowerten hätten sich mehr als verdoppelt, erklärt der Zoll.

Mit Beginn der Corona-Pandemie gingen bei der FIU zudem von Mitte März bis Ende Dezember 2020 rund 11.200 Verdachtsmeldungen ein, die in einem möglichen Zusammenhang mit der Thematik "COVID-19" standen. Rund 9.500 dieser Meldungen bezogen sich auf die betrügerische Erlangung der sogenannten "Corona-Soforthilfen". Hierbei handelte es sich zum einen unter anderem um Fälle, bei denen sich Kriminelle über sogenannte "Fake-Webseiten" Unternehmensdaten verschafft haben, die dann wiederum illegal für das Erlangen finanzieller Soforthilfen genutzt wurden. Zum anderen wurden der FIU auch häufig Sachverhalte im Zusammenhang mit der Gewährung finanzieller Soforthilfen an vermeintliche Solo-Selbstständige beziehungsweise Kleinstunternehmen gemeldet, die zum Teil entweder nicht existent waren oder zuletzt überhaupt keine Geschäftstätigkeit ausübten. Zeitweise machten diese Meldungen bis zu 25 Prozent des monatlichen Gesamtmeldeaufkommens aus.

Dank der schnellen und zielgerichteten Analysen der FIU und der zügigen Übermittlung dieser Sachverhalte an die zuständigen Strafverfolgungsbehörden konnten so zahlreiche Betrugsfälle aufgedeckt werden, berichtet der Zoll.

zoll.de, Meldung vom 19.8.2021


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