Bescheide und Schreiben der Finanzämter sollen verständlicher werden. Die von den Ländern entwickelten Grundregeln sind seit Beginn 2021 im Rahmen einer Pilotstudie von Bürgern getestet worden – mit großem Erfolg, wie das Finanzministerium Mecklenburg-Vorpommern nun mitteilt.

Kürzere Sätze, persönliche Ansprache, Verben statt Substantive – oft reichten schon kleine Veränderungen, um Behördenschreiben deutlich verständlicher zu machen, verdeutlicht das Finanzministerium. Auf Fachsprache müsse nicht gänzlich verzichtet werden. Allerdings sollte diese nicht Überhand nehmen und – wenn möglich – erläutert und durch Beispiele veranschaulicht werden.

Zu diesem Ergebnis komme die Pilotstudie, die die Steuerverwaltungen der Länder zusammen mit dem Leibniz-Institut für Deutsche Sprache zu Beginn des Jahres 2021 durchgeführt hatte. Bürger waren laut Finanzministerium im Rahmen einer anonymen Befragung aufgerufen, die Verständlichkeit von Behördentexten zu bewerten. Die Studie habe ergeben, dass die überarbeiteten steuerlichen Fachtexte in den allermeisten Fällen als "signifikant besser" bewertet wurden als die Ursprungstexte.

Fachleute der Länder hatten nach Angaben des Finanzministeriums zuvor in Arbeitsgruppen Grundregeln für Fachtexte und Behördenschreiben entwickelt. Mit der Pilotstudie sei nun der erste – sehr erfolgreiche – Praxistest erfolgt. Die Befragung der Bürger habe zudem noch weitere hilfreiche Hinweise gebracht, die die "Sprache der Finanzverwaltung" verständlicher und damit bürgernäher machten.

Nun gelte es, die aus der Studie gewonnenen Erkenntnisse "schnellstmöglich auch in die Praxis" umzusetzen, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Finanzminister Reinhard Meyer (SPD).

Finanzministerium Mecklenburg-Vorpommern, PM vom 10.08.2021


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