Durch das Gesetz zur Umsetzung des Klimaschutzprogramms 2030 im Steuerrecht werden seit Beginn 2020 Maßnahmen zur energetischen Gebäudesanierung von selbstgenutztem Wohneigentum steuerlich gefördert. Zu den förderfähigen Einzelmaßnahmen gehören zum Beispiel die Wärmedämmung von Wänden oder Dachflächen, die Erneuerung der Fenster oder Außentüren sowie die Erneuerung und Optimierung der Heizungsanlage. Hierauf weist das Landesamt für Steuern (LfSt) Rheinland-Pfalz hin.

Das Gebäude müsse bei Durchführung der Maßnahme älter als zehn Jahre sein, so das LfSt zu den Voraussetzungen für die Förderung. Daneben müsse die Maßnahme von einem Fachunternehmen ausgeführt werden und bestimmte technische Mindestanforderungen erfüllen. Diese seien in der Energetische Sanierungsmaßnahmen-Verordnung (ESanMV) geregelt.

Über die Einhaltung der Mindestanforderungen müsse das ausführende Fachunternehmen oder eine Person mit Ausstellungsberechtigung eine Bescheinigung ausstellen. Die amtlichen Bescheinigungsmuster stünden auf den Internetseiten des Bundesfinanzministeriums (www.bundesfinanzminsterium.de) und des Landesamtes für Steuern Rheinland-Pfalz (www.lfst-rlp.de/unsere-themen/steuerfachliche-themen) unter der Überschrift "Bescheinigung für die steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung (§ 35c EStG)" zur Verfügung.

Beantragt werden könne eine Steuerermäßigung in Höhe von 20 Prozent der Kosten, verteilt über drei Jahre. Berücksichtigt würden die Kosten für den fachgerechten Einbau und die direkt mit der Maßnahme verbundenen Materialkosten. Ebenfalls begünstigt seien die Kosten für Energieberater, die als BAFA-Energieberater oder KfW-Energieeffizienz-Experte qualifiziert sind. Hier ermäßige sich die tarifliche Einkommensteuer sogar um 50 Prozent der Aufwendungen. Maximal werde eine Steuerermäßigung von 40.000 Euro je selbstgenutztem Objekt gewährt.

Die steuerliche Förderung könne bereits mit der Einkommensteuerklärung für 2020 im Jahr 2021 geltend gemacht werden.

Zu beachten ist laut LfSt, dass die Steuerermäßigung bei der Einkommensteuer ausgeschlossen ist, wenn eine öffentliche Förderung in Anspruch genommen wird, etwa ein Zuschuss oder Förderkredit aus einem KfW-, BAFA- oder ISB-Programm. Daher sollten Haus- und Wohnungsbesitzer prüfen, welche Förderung sich bei einer energetischen Sanierungsmaßnahme am meisten lohnt.

Landesamt für Steuern Rheinland-Pfalz, PM vom 23.04.2020


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