Nebenberufliche Tätigkeiten als Übungsleiter werden oft geringfügig vergütet. In der Praxis stehen der Vergütung indes häufig Ausgaben gegenüber. Ab sofort ist ein erweiterter Verlustabzug in der Einkommensteuererklärung zulässig. Dies teilt die Lohnsteuerhilfe Bayern e.V. mit. Sie nimmt dabei Bezug auf ein Urteil des Bundesfinanzhofes (BFH).

Dieser habe jüngst entschieden, dass Aufwendungen aus einer nebenberuflichen Tätigkeit als Übungsleiter steuerlich selbst dann berücksichtigt werden können, wenn die steuerfreien Einnahmen unterhalb des Übungsleiterfreibetrags liegen. Allerdings setze der steuerliche Abzug eine Gewinnerzielungsabsicht bei der Übungsleitertätigkeit voraus, erläutert die Lohnsteuerhilfe. Handelt es sich lediglich um ein Hobby, so müssten die Ausgaben vom Finanzamt weiterhin nicht anerkannt werden.

Im verhandelten Fall habe ein Übungsleiter seinen Verlust aus selbstständiger Tätigkeit in der Einkommensteuererklärung geltend gemacht. Seine Einnahmen seien jedoch unter dem Übungsleiterfreibetrag in Höhe von 2.400 Euro im Jahr zurückgeblieben. Das Finanzamt habe den Verlust nicht als Betriebsausgaben anerkennen wollen. Es habe sein Handeln damit begründet, dass weder die Ausgaben noch die Einnahmen in ihrer Höhe über dem Übungsleiterfreibetrag lagen und damit nicht steuerlich relevant seien.

Der BFH habe es anders gesehen. Seiner Auffassung nach dürfe sich der vom Gesetzgeber bezweckte Steuervorteil für nebenberufliche Übungsleiter nicht in einen Steuernachteil umkehren. Jedoch sei beim erweiterten Verlustabzug aus der Übungsleitertätigkeit die Absicht einen Einnahmenüberschuss zu erzielen Voraussetzung.

Wo liege aber die Grenze zwischen Liebhaberei und Gewinnerzielung, fragt die Lohnsteuerhilfe. Und wie könne man dem Finanzbeamten seine Motivation plausibel darlegen? Das Finanzamt gehe normalerweise von einem Hobby aus, wenn die Einnahmen die Kosten regelmäßig nur abdecken oder die Kosten die Einnahmen laufend überschreiten.

Lohnsteuerhilfe Bayern e.V., PM vom 04.06.2019


Das könnte Sie interessieren: