Verliert der einzige Geschäftsführer einer Steuerberatungsgesellschaft seine Zulassung als Steuerberater, ist die Anerkennung als Steuerberatungsgesellschaft gemäß § 55 Absatz 2 Steuerberatungsgesetz (StBerG) zu widerrufen.

Dies gilt nach einem Urteil des Finanzgerichts (FG) Hamburg auch dann, wenn eine ausländische Gesellschaft die Anteile an der Steuerberatungsgesellschaft kauft und die Geschäftsführung übernimmt, wenn weder die ausländische Gesellschaft selbst noch ihr Geschäftsführer die Voraussetzungen des § 50 Absatz 1 StBerG erfüllen.

Es ergebe sich weder aus der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs oder des Bundesfinanzhofes oder unmittelbar aus der Dienstleistungsrichtlinie der Europäischen Union eine abweichende Anwendung der entsprechenden Vorschriften des StBerG, wenn die ausländische Gesellschafterin nicht beabsichtigt, lediglich eine Hilfeleistung in Steuersachen gemäß § 3a Absatz 1 StBerG zu erbringen, sondern die Anerkennung als deutsche Steuerberatungsgesellschaft begehrt wird, fährt das FG fort. § 50 StBerG widerspreche nicht dem Unionsrecht, insbesondere nicht der Niederlassungsfreiheit.

Das FG Hamburg hat die Revision gegen sein Urteil nicht zugelassen. Diese Entscheidung kann im Wege der Nichtzulassungsbeschwerde angefochten werden. Das Verfahren läuft beim Bundesfinanzhof unter dem Aktenzeichen VII B 143/18.

Finanzgericht Hamburg, Urteil vom 11.07.2018, 6 K 84/18, nicht rechtskräftig


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